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Debitkarten

Der Begriff “Debitkarte” leitet sich vom englischen “debit” für “Soll” oder “Kontobelastung” ab und ist definiert als eine Bankkarte, welche sowohl zum bargeldlosen Bezahlen als auch zum Abheben von Bargeld an Geldautomaten genutzt werden kann.

Was ist eine Debitkarte?

Die Debitkarte, oft auch EC-Karte genannt, entstammt dem Begriff Eurocheque-Karte und wurde später zu „Electronic Cash“ umgemünzt. Debitkarten sind eine Kreditkartenart und werden von Banken (u.a. Sparkasse, Deutsche Bank, Volksbank, Commerzbank) an deren Kunden zu Verfügung gestellt, um so ein bargeldloses Bezahlen zu ermöglichen und Bargeld am Automaten abzuheben. Die Karte besteht in der Regel aus Kunststoff und besitzt einen Magnetstreifen sowie einen elektronischen Chip. Im Gegensatz zur Kreditkarte wird beim Zahlen mit Debitkarte dem Girokonto sofort der geforderte Betrag abgezogen und verbucht.

Debitkartennummer

Debitkarten haben ebenso wie Kreditkarten eine Kartennummer, die Debitkartennummer. Die Debitkartennummer hat 13 bis 19 Ziffern und ist auf der Vorderseite der Karte abgebildet, ebenso wie die Gültigkeitsdauer und der Name des Karteninhabers. Auf der Rückseite der Karte befindet sich der sogenannte Card Verification Code (CVC). Dies ist eine 3-stellige Prüfziffer, die zur Verifizierung, genutzt wird.

Sicherheit der Debitkarte

Auf jeder Debitkarte ist eine persönliche Geheimnummer („PIN“) gespeichert. Diese muss bei einer Kartentransaktion, wie z.B. der Bargeldabhebung am Automaten, eingegeben werden. So kann verhindert werden, dass unberechtigte Dritte auf das Konto zugreifen. In Deutschland umfassen Debitkarten einen dielektrisch eingeprägten Erkennungscode, welcher kapazitiv ausgelesen wird. Das sogenannte MM-Merkmal ist im Gegensatz zum Magnetstreifen nur schwer zu kopieren. In manchen Ländern wird das MM-Merkmal nicht ausgelesen. Hier steigt auch die Anzahl an betrügerischen Geldabhebungen mittels Doubletten.

Der Unterschied zwischen Debitkarte und Kreditkarte

Zwischen den Debitkarten und Kreditkarten gibt es drei große Unterschiede.


Bezahlt ein Kunde mit einer Debitkarte, erfolgt die Belastung des Kontos direkt oder innerhalb weniger Tage. Die Kreditkarte hingegen zieht nur einmal monatlich die über die Kreditkarte bezahlten Beträge ein.


Aufgrund der verzögerten Belastung muss der Karteninhaber bei der Kreditkarte als kreditwürdig eingestuft werden. Je nach Kreditwürdigkeit wird ihm ein entsprechender Verfügungsrahmen eingeräumt. Bei der Debitkarte ist dies nicht notwendig. Dementsprechend kann jeder Bankkunde auch eine Debitkarte der Bank erhalten.


Die Kreditkartenakzeptanz ist international sehr hoch. Daher werden Käufe im Ausland meist mit Kreditkarte bezahlt. Debitkarten können nur eingeschränkt in anderen Ländern genutzt werden. Auch beim Online-Shopping ist die Nutzung von Debitkarten noch wenig verbreitet.

Vorteile der Debitkarte

Debitkarten sind leicht zugänglich und erreichen eine breite Masse. Dies ist für den Händler interessant und somit eine wichtige Zahlungsmethode, um ein breites Kundensegment anzusprechen. Alleine zwischen 2010 und 2016 wurden in Deutschland 108.619 Debitkarten ausgegeben (Quelle: Statista). Für den Händler ist die Bezahlmethode hierzulande praktisch ein Muss. Meistens wird die Karte bei der Kontoeröffnung automatisch ausgestellt. Ein geregeltes Einkommen ist nicht erforderlich. Zudem fallen keine Jahresgebühren o.ä. an, was die Karte für Kunden zusätzlich attraktiv macht. Im Vergleich zur Nachnahme oder der Lastschrift, hat der Online-Händler den Vorteil, dass die Bezahlung per Abbuchung vom Konto des Kunden funktioniert. Durch die automatische Abbuchung des Betrags besteht ein geringeres Risiko des Zahlungsverzugs.

Zusammengefasst bringt die Debitkarte:

- Schnelle Gutschrift
- Hohe Akzeptanz
- Sicherheit durch PIN-Eingabe und Chip

Nachteile der Debitkarte

Gerade international ist die Kreditkarte gegenüber der Debitkarte oft im Vorteil. Das liegt an der höheren Akzeptanz der Kreditkarte. Deshalb werden Debitkarten im Ausland eher seltener verwendet. Auch in Branchen, wie z.B. dem Hotelgewerbe, ist die Karte weniger geeignet, da kein Kreditrahmen vorhanden und somit keine Sicherheit für den Händler gewährleistet ist.

Bekannteste Debitkarten

Die wohl meist genutzte Debitkarten sind Maestro, VPAY, Visa Debit, Visa Electron, Debit MasterCard, Carte Bleue und die Postfinance Card. Maestro genießt besonders in Großbritannien, Spanien und Österreich eine hohe Akzeptanz im E-Commerce. In der Schweiz macht es als Händler Sinn, die Postfinance Card einzubinden – PostFinance ist mit über drei Millionen Kontoinhabern Marktführer in der Schweiz. In Frankreich dominiert mit über 30 Millionen Karteninhabern die Carte Bleue. Natürlich gibt es, vor allem im lokalen Bereich, etliche weitere Debitkarten.

Die gute alte EC-Karte

Früher wurde die Girocard EC-Karte genannt und der Name wird auch heute noch häufig verwendet. Die heute Girokarte ist ebenfalls eine Debitkarte. Sie funktioniert allerdings nur in Deutschland. Damit die Kunden ihre Einkäufe auch im Ausland mit der Girocard bezahlen können, nutzen die Banken das sogenannte Co-Badging. Dazu gehen sie eine Partnerschaft mit einem weiteren Anbieter üblicherweise Maestro, dem Debitkarten-System von Mastercard oder V-Pay, dem System von Visa.

Auch in Deutschland können die Kunden dann beim Bezahlen Maestro oder V-Pay nutzen. Händler sollten jedoch eine günstige Voreinstellung anbieten, die die Kunden auf Wunsch noch ändern können. Haben Kunden Geld am Automaten ab, ist das in Deutschland nur über die Girocard möglich.
Bezahlt der Kunde an der Kasse, baut das Zahlungsterminal eine Internet-Verbindung auf und die eingegebene PIN wird über den Chip auf der Karte überprüft. Alternativ kann auch im Offline-Verfahren abgebucht werden, wenn das Kartenlimit durch den Bezahlvorgang nicht überschritten wird.


Verzichten Händler auf die Zahlungssicherheit, können sie den Einkauf auch per elektronische Lastschriftverfahren (ELV) abbuchen. Hier unterschreibt der Kunde die Rechnung und bestätigt damit seinen Einkauf.

Debitkarte

Einkaufen mit der Debit Mastercard – online und im Ladengeschäft

Die Debit Mastercard unterscheidet sich von der Mastercard Kreditkarte dadurch, dass alle Beträge direkt vom Konto gebucht werden. Ansonsten bietet die Karte dieselben Möglichkeiten wie die Kreditkarte. Sie kann in Ladengeschäften weltweit eingesetzt werden -klassisch oder über die NFC Technologie durch einfaches Hinhalten an den Zahlungsterminal. Liegen die Einkaufsbeträge unter 25 Euro, ist auch keine PIN-Eingabe oder Unterschrift notwendig. Möchte man nur noch mit dem Handy bezahlen, kann der Kunde Google Pay nutzen. Dort werden in der App die Kartendaten hinterlegt und verschlüsselt. Bei der Kasse hält der Kunde das entschlüsselte Smartphone vor das Zahlungsterminal und die Bezahlung erfolgt auch wieder ohne PIN-Eingabe bei niedrigen Beträgen und mit Authentifizierung bei größeren Beträgen.


Beim Online Einkauf wird beim Bezahlen die Debit Mastercard ähnlich genutzt wie die Kreditkarte von Mastercard. Der Kunde bestätigt den Zahlungsvorgang mit einer Online-PIN-Nummer. Diese PIN-Nummer ist dieselbe Nummer, die auch beim Einkauf im Ladengeschäft genutzt wird. Bei einigen Unternehmen wie Hotels sind die Debit Mastercard nicht freigeschaltet und können daher nicht eingesetzt werden.

Sparkassen-Card - die Debitkarte der Sparkassen

Kunden, die bei der Sparkasse ein Girokonto eröffnen, erhalten dazu eine Girocard, die Sparkassen-Card. Mit Hilfe dieser Karte können die Kunden am Automaten Geld abheben und im Ladengeschäft bezahlen. Die Sparkasse gibt an, dass Bezahlen bei 770.000 Verkaufsstellen in Deutschland möglich ist. Die Karte ist außerdem mit einem Geldkarten-Chip ausgestattet. Hier hat der Kunden die Möglichkeit, Geld aufzuladen und kleine Beträge wie zum Beispiel Fahrkartentickets mit der Geldkarte zu bezahlen. Mit der Eingabe eines PINs oder der Unterschrift bezahlt der Kunde am Point-of-Sale (POS). Auch kontaktloses Bezahlen ist mit der Karte möglich. Entweder über die Geldkarte mit dem sogenannten „GiroGo“ oder mit der „Girocard kontaktlos“, bei der der Einkaufsbetrag direkt vom Girokonto abgebucht wird.

Die Debitkarte der Volks- und Raiffeisenbanken

Die Debitkarten der Volks- und Raiffeisenbanken haben dieselben Eigenschaften wie die Sparkassen-Card. Kunde bezahlen mit der Girocard und der individuellen PIN die Einkäufe in Ladengeschäften innerhalb Deutschlands. Der Händler erhält die Autorisierung durch die Eingabe des 4-stelligen PINs und damit eine garantierte Zahlung. Alternativ können Händler auch die Bezahlung per Unterschrift nutzen. Mit der Unterschrift genehmigt der Kunde die Abbuchung des Betrags per Lastschrift. Auch die Debitkarte der Volksbanken und Raiffeisenbanken können für kontaktloses Bezahlen genutzt werden.

Weitere Kreditkartenarten

Die Debitkarte ist eine Kreditkartenart. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier Arten von Kreditkarten. Dazu gehören neben der Debitkarte, Chargekarten, Revolvingkarten und Prepaidkarten.

Die Chargekarte

In Deutschland wird diese Kreditkartenart am häufigsten benutzt. Der Inhaber erhält hier einmal im Monat eine Abrechnung über die bezahlten Waren und Dienstleistungen, die in diesem Zeitraum mit der Karte getätigt wurden. Anschließend gilt es, den fälligen Betrag zu zahlen. Der Kunde erhält also ein kurzfristiges, zinsloses Darlehen. Durch das Festlegen eines Kreditlimits wird eine Überschuldung verhindert.

Die Revolvingkarte

Diese Karte macht es dem Kunden möglich, den monatlich fälligen Gesamtbetrag in Raten abzuzahlen. Die Ratenhöhe kann ein vereinbarter Festbetrag oder auch ein festgelegter Prozentsatz des Umsatzes sein. Das Manko an dieser Kartenart sind die hohen Zinsen, die in der Regel mit dem negativen Saldo anfallen. Allgemein sind Kunden mit einer Revolvingkarte noch flexibler als mit einer Chargekarte. Allerdings agieren Nutzer aufgrund der hohen Zinsen auch oft vorsichtig beim Kauf.

Die Prepaid-Kreditkarte

Prepaidkarten als Zahlungsmittel gewähren zwar auch keine zinslosen Darlehen, jedoch bieten sie z.B. in Bezug auf die weltweite Akzeptanz, die gleichen Vorteile wie reguläre Kreditkarten. Um die Prepaidkarte nutzen zu können, muss Guthaben aufgeladen werden. Die Karte kann im Gegensatz zu den eben genannten nicht überzogen werden. Daher bietet sich diese Zahlungsmethode gut für Personen mit geringer Bonität bzw. Jugendliche an.

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