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Debitkarten

Der Begriff “Debitkarte” leitet sich vom englischen “debit” für “Soll” oder “Kontobelastung” ab und ist definiert als eine Bankkarte, welche sowohl zum bargeldlosen Bezahlen als auch zum Abheben von Bargeld an Geldautomaten genutzt werden kann.

Was ist eine Debitkarte?

Die Debitkarte, oft auch EC-Karte genannt, entstammt dem Begriff Eurocheque-Karte und wurde später zu „Electronic Cash“ umgemünzt. Debitkarten sind eine Kreditkartenart und werden von Banken (u.a. Sparkasse, Deutsche Bank, Volksbank, Commerzbank) an deren Kunden zu Verfügung gestellt, um so ein bargeldloses Bezahlen zu ermöglichen und Bargeld am Automaten abzuheben. Die Karte besteht in der Regel aus Kunststoff und besitzt einen Magnetstreifen sowie einen elektronischen Chip. Im Gegensatz zur Kreditkarte wird beim Zahlen mit Debitkarte dem Girokonto sofort der geforderte Betrag abgezogen und verbucht.

Sicherheit der Debitkarte

Auf jeder Debitkarte ist eine persönliche Geheimnummer („PIN“) gespeichert. Diese muss bei einer Kartentransaktion, wie z.B. der Bargeldabhebung am Automaten, eingegeben werden. So kann verhindert werden, dass unberechtigte Dritte auf das Konto zugreifen. In Deutschland umfassen Debitkarten einen dielektrisch eingeprägten Erkennungscode, welcher kapazitiv ausgelesen wird. Das sogenannte MM-Merkmal ist im Gegensatz zum Magnetstreifen nur schwer zu kopieren. In manchen Ländern wird das MM-Merkmal nicht ausgelesen. Hier steigt auch die Anzahl an betrügerischen Geldabhebungen mittels Doubletten.

Vorteile der Debitkarte

Debitkarten sind leicht zugänglich und erreichen eine breite Masse. Dies ist für den Händler interessant und somit eine wichtige Zahlungsmethode, um ein breites Kundensegment anzusprechen. Alleine zwischen 2010 und 2016 wurden in Deutschland 108.619 Debitkarten ausgegeben (Quelle: Statista). Für den Händler ist die Bezahlmethode hierzulande praktisch ein Muss. Meistens wird die Karte bei der Kontoeröffnung automatisch ausgestellt. Ein geregeltes Einkommen ist nicht erforderlich. Zudem fallen keine Jahresgebühren o.ä. an, was die Karte für Kunden zusätzlich attraktiv macht. Im Vergleich zur Nachnahme oder der Lastschrift, hat der Online-Händler den Vorteil, dass die Bezahlung per Abbuchung vom Konto des Kunden funktioniert. Durch die automatische Abbuchung des Betrags besteht ein geringeres Risiko des Zahlungsverzugs.

Zusammengefasst bringt die Debitkarte:

- Schnelle Gutschrift
- Hohe Akzeptanz
- Sicherheit durch PIN-Eingabe und Chip

Nachteile der Debitkarte

Gerade international ist die Kreditkarte gegenüber der Debitkarte oft im Vorteil. Das liegt an der höheren Akzeptanz der Kreditkarte. Deshalb werden Debitkarten im Ausland eher seltener verwendet. Auch in Branchen, wie z.B. dem Hotelgewerbe, ist die Karte weniger geeignet, da kein Kreditrahmen vorhanden und somit keine Sicherheit für den Händler gewährleistet ist.

Bekannteste Debitkarten

Die wohl meist genutzte Debitkarten sind Maestro, VPAY, Visa Debit, Visa Electron, Debit MasterCard, Carte Bleue und die Postfinance Card. Maestro genießt besonders in Großbritannien, Spanien und Österreich eine hohe Akzeptanz im E-Commerce. In der Schweiz macht es als Händler Sinn, die Postfinance Card einzubinden – PostFinance ist mit über drei Millionen Kontoinhabern Marktführer in der Schweiz. In Frankreich dominiert mit über 30 Millionen Karteninhabern die Carte Bleue. Natürlich gibt es, vor allem im lokalen Bereich, etliche weitere Debitkarten.

Debitkarte

Weitere Kreditkartenarten

Die Debitkarte ist eine Kreditkartenart. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier Arten von Kreditkarten. Dazu gehören neben der Debitkarte, Chargekarten, Revolvingkarten und Prepaidkarten.

Die Chargekarte

In Deutschland wird diese Kreditkartenart am häufigsten benutzt. Der Inhaber erhält hier einmal im Monat eine Abrechnung über die bezahlten Waren und Dienstleistungen, die in diesem Zeitraum mit der Karte getätigt wurden. Anschließend gilt es, den fälligen Betrag zu zahlen. Der Kunde erhält also ein kurzfristiges, zinsloses Darlehen. Durch das Festlegen eines Kreditlimits wird eine Überschuldung verhindert.

Die Revolvingkarte

Diese Karte macht es dem Kunden möglich, den monatlich fälligen Gesamtbetrag in Raten abzuzahlen. Die Ratenhöhe kann ein vereinbarter Festbetrag oder auch ein festgelegter Prozentsatz des Umsatzes sein. Das Manko an dieser Kartenart sind die hohen Zinsen, die in der Regel mit dem negativen Saldo anfallen. Allgemein sind Kunden mit einer Revolvingkarte noch flexibler als mit einer Chargekarte. Allerdings agieren Nutzer aufgrund der hohen Zinsen auch oft vorsichtig beim Kauf.

Die Prepaid-Kreditkarte

Prepaidkarten als Zahlungsmittel gewähren zwar auch keine zinslosen Darlehen, jedoch bieten sie z.B. in Bezug auf die weltweite Akzeptanz, die gleichen Vorteile wie reguläre Kreditkarten. Um die Prepaidkarte nutzen zu können, muss Guthaben aufgeladen werden. Die Karte kann im Gegensatz zu den eben genannten nicht überzogen werden. Daher bietet sich diese Zahlungsmethode gut für Personen mit geringer Bonität bzw. Jugendliche an.

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