Mobile-Payment Apps

Wie bezahlt man mit dem Handy?

Mobile Zahlung bezieht sich im Allgemeinen auf Zahlungsdienste, die von oder über ein mobiles Gerät ausgeführt werden. Ein Verbraucher kann mit einem Handy bargeldlos für Waren und Dienstleistungen bezahlen oder Geld an eine andere Person überweisen. Mobile Zahlungen werden für PSPs und andere Marktteilnehmer zu einem Schlüsselinstrument, um neue Wachstumschancen zu erschließen. In Entwicklungsländern wurden mobile Zahlungslösungen als Mittel zur Ausweitung von Finanzdienstleistungen auf Personen und Regionen, die nur eingeschränkten Zugriff auf Bankdienstleistungen haben, eingesetzt.

P2P mobiles bezahlen

Bei Peer-to-Peer-Handyzahlungen können Einzelpersonen über eine mobile Bezahl-App elektronische Geldüberweisungen tätigen. Viele Startups und Zahlungslösungen wurden ins Leben gerufen, um Peer-to-Peer (P2P) Geldtransaktionen zu ermöglichen. Generell sind P2P-Transaktionen bei Verwendung eines Bankkontos oder einer Debitkarte kostenlos. Die meisten Anbieter legen ein Transaktionswertlimit fest, das generell mit der Zeit nach oben gesetzt wird.

Bargeldlos und kontaktlos Zahlungen

Mit einigen Apps, z.B. mit Apple Pay oder Google Pay können Nutzer online und in Geschäften bezahlen. Die meisten Dienste ermöglichen die Bezahlung über Webbrowser. Dank der Near-Field-Communication (NFC)-Technologie ist nun auch kontaktloses Bezahlen per Smartphone oder Wearables möglich.

Sicherheit bei mobilen Zahlungen

Auch wenn mobile Zahlungen an Popularität gewinnen, sind die Verbraucher verunsichert, wie es um die Sicherheit steht. Hier fehlt es noch an Vertrauen in die mobilen Zahlungsmethoden.  In einer Umfrage von Accenture aus dem Jahr 2016 gaben 21% der Befragten an, dass sie ihre Kreditkartendetails nur ungern in ihre Smartphones eingeben und 19% glaubten, dass Sie beim Bezahlen über das Handy leichter mit Betrug konfrontiert werden. Tatsächlichen sind die größten Sicherheitsrisiken für mobile Zahlungen der Verlust des Smartphones, oder Cyberkriminelle, die das Wallet hacken oder Malware auf dem Gerät aufspielen. Darüber hinaus können bei vielen Smartphones Daten gelöscht und die Passwortauthentifizierung über einen PC oder ein Tablet ferngesteuert werden.

Richtige Sicherheitseinstellungen führen dazu, dass die Benutzung des Smartphones für Zahlungen weniger riskant ist als die Nutzung der Kreditkarte oder der Diebstahl des Geldbeutels. Hilfreich ist z. B. die Verwendung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung, mit einem Pin und einer biometrischen Methode.

Wenn eine Kredit- oder Debitkarte zu einem mobilen Wallet hinzugefügt wird, wird die Kartennummer sicher mittels Verschlüsselung gespeichert, wobei ein durch einen Algorithmus erstellter Code verwendet wird. Darüber hinaus verwenden große Anbieter von mobilen Wallets Tokenization, was bedeutet, dass die tatsächlichen Karteninformationen weder an Händler noch an die Wallet-Anbieter weitergegeben werden.

Computer sind im Allgemeinen anfälliger als Smartphones, selbst wenn die Bedrohung durch mobile Malware wächst. Dennoch sollten Sie vermeiden, auf Links zu klicken, die in verdächtigen Anzeigen, E-Mails oder Textnachrichten aus unbekannten Quellen enthalten sind.

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Mobile Payment Anbieter

Google Pay (Android Pay und Google Wallet)

Seit Januar 2018 sind Android Pay und Google Wallet zu einem einzigen Zahlungssystem, Google Pay, verschmolzen. Mit der neuen API von Google Pay können Händler den Zahlungsdienst auf Websites, Apps, Stripe, Braintree und Google Assistant nutzen.

Kompatible Android-Geräte, mit Android KitKat 4.4 oder neuer Version, können über ein NFC-fähiges Mobiltelefon, HCE-Technologie (host-based card emulation) mit Terminals am Point-of-Sale kommunizieren. Möchten Kunden eine neue Kartenzahlung dem Wallet hinzufügen, können sie die Informationen entweder manuell in der Google Pay App eingeben oder einfach ein Foto von der Karte machen.

Beim Bezahlen wird eine virtuelle Kontonummer oder ein Token zusammen mit einem einmaligen Sicherheitscode generiert, anstatt die gesamten Zahlungsinformationen des Kunden weiterzugeben. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung stellt hierbei eine zusätzliche Sicherheitsebene dar. Physische Authentifizierungen wie die Fingerabdruck-ID können zum Aktivieren von Google Pay verwendet werden.

Der Service ist derzeit in 19 Ländern (Stand: 18.07.18) rund um den Globus verfügbar. Es wurde erstmals 2015 in den USA eingeführt. Google möchte 2018 seinen Dienst auch in Frankreich und Südkorea anbieten können.

Derzeit können Kunden Karten aller großen Kreditkartenunternehmen (Visa, MasterCard, Amex, Discover, Diners Club, JCB, Maestro) ihrem Konto hinzufügen. Weitere Partnerschaften ermöglichen den Nutzern die Zahlungsinformationen zu PayPal (in den USA), EFTPOS (in Australien), Interac (in Kanada), nanaco und Edy (in Japan) in ihr Google Pay Wallet aufnehmen.

Apple Pay

Apple‘s Mobile Payment und Digital Wallet Service wurde im September 2014 eingeführt. Es ist kompatibel mit dem iPhone (6 oder neuer), iPad (Air 2 oder Pro) und der Apple Watch. Alternativ können iPhone, 5, 5C und 5S Apple Pay über eine Apple Watch verwenden, mit der Einschränkung, dass sie nicht mit der Touch ID-Sicherheit kompatibel ist.

Beim Bezahlen werden eine gerätespezifische Nummer oder ein Token und ein eindeutiger Transaktionscode anstelle der tatsächlichen Karteninformation verwendet. Die Authentifizierung kann über PIN, mit Touch ID oder Face ID erfolgen, abhängig von den Biometrielesern auf dem verwendeten Gerät. Apple-Nutzer können auch Online-Käufe in iOS-Apps und Safari mit Apple Pay bezahlen, egal ob sie auf ihrem iPhone, iPad oder Mac surfen. Die Sicherheit wird durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung und einen dedizierten Chip, der verschlüsselte Zahlungsinformationen, das Secure Element, speichert, verstärkt.

Händler können sich entscheiden, ein Apple Pay-spezifisches Terminal zu kaufen, oder mit existierenden kontaktlosen Terminals zu arbeiten.

Apple Pay-Dienste sind derzeit in 30 Ländern verfügbar (Stand 20.06.18). Der Service wird 2018 in Norwegen, Polen und der Ukraine verfügbar sein.

Apple Pay funktioniert mit den meisten Kredit- und Debitkarten (Amex, Visa, MasterCard, UnionPay usw.). Kartendaten, die zuvor auf iTunes gespeichert wurden, werden automatisch dem Wallet des Benutzers hinzugefügt. Neue Karten können entweder durch manuelle Eingabe der Informationen in die App oder durch ein Foto der Karten hinzugefügt werden.

Square Cash

Cash ist der von Square entwickelte mobile Peer-to-Peer-Bezahldienst. Im Dezember 2017 hatte Cash 7 Millionen aktive Nutzer. Die App ist in Englisch oder Französisch verfügbar und ist in den USA verfügbar.

Wie funktioniert Square Cash?

Nutzer können über die App oder per E-Mail Geld anfordern und an andere übertragen. Das erhaltene Geld kann dann an Geldautomaten mit der Cash-Karte, der Debit-Visa-Karte, die mit dem eigenen Konto verknüpft ist, abgehoben oder auf ein lokales Bankkonto überwiesen werden. Die schwarze, anpassbare Cash Card ist auf der Rückseite mit der aufgedruckten Unterschrift des Benutzers versehen.
Square Cash-Transaktionen sind kostenlos. Der Service funktioniert jedoch nur mit Debitkarten und ist auf 2500 USD pro Woche beschränkt. Square Cash Pro verfügt nicht über diese Einschränkungen, berechnet jedoch eine Gebühr für Debitkarten- oder Banktransaktionen.

Venmo

Der US-amerikanische Mobile-Payment-Service Venmo wurde erstmals im Jahr 2009 genutzt. Seit 2013 gehört Venmo, nach einer Akquisition von Braintree, die 2012 Venmo übernommen hatte, zu PayPal. Der Service steht ausschließlich amerikanischen Verbrauchern zur Verfügung.

Venmo hat einen starken sozialen Netzwerkaspekt. Der Dienst wurde entwickelt, um Freunden zu helfen, Rechnungen zu teilen. Transaktionsdetails, mit Ausnahme der Beträge, werden im Newsfeed- und Freundesnetzwerk des Nutzers ähnlich wie bei einem Social Media-Feed geteilt. Interaktionen werden von Venmo durch Kommentare mit Witzen, Emojis oder Likes angeregt. Profile werden mit Profilbildern, Nutzernamen und Venmo-Transaktionsverlauf personalisiert. Während letzteres privat sein kann, behalten die meisten Benutzer die standardmäßigen Datenschutzeinstellungen bei.

Der Dienst war ursprünglich ausschließlich für Peer-to-Peer-Zahlungen konzipiert. Am 27. Januar 2016 gab PayPal bekannt, dass Venmo mit ausgewählten Händlern arbeitet, die Venmo als Bezahlung akzeptieren. Alle Händler, die PayPal als Bezahloption nutzen, können nun auch Venmo anbieten.

Wie benutzt man Venmo?

Zuerst muss man ein Konto erstellen und grundlegende Informationen, einschließlich Bankkontodaten, bereitstellen. Bankkonto, Debitkarte oder Kreditkarte wird verwendet, um Transaktionen durchzuführen. Bezahlen mit einem Bankkonto oder Debitkarte ist kostenlos, während bei Kreditkartenzahlungen eine Gebühr von 3% entsteht. Übertragungen erfolgen nicht in Echtzeit und können nach dem Senden einer ersten Übertragung storniert werden.

Kunden wird ebenfalls eine Venmo MasterCard angeboten. Die Karte ähnelt einer herkömmlichen Bank-Debitkarte und bietet zusätzlich die Möglichkeit, In-App-Ausgaben direkt zu verfolgen. Diese können auch innerhalb der App abgebrochen werden.

Das anfängliche Transaktionslimit ist auf 299,99 USD festgelegt. Nachdem die Identität des Nutzers bestätigt wurde, wird dieses Limit auf 2999,99 USD pro Woche erhöht.

WeChat Pay

Die chinesische Multi-Purpose-Messaging-, Social-Media- und Mobile-Payment-App ist mit über 1 Milliarde monatlich aktiven Nutzern und 902 Millionen aktiven Nutzern täglich eine der größten eigenständigen mobilen Apps weltweit. Sie wurde von Tencent entwickelt und gehört zu Tencent. Im Jahr 2017 erreichte WeChat Mobile Payment 600 Millionen aktive Nutzer, verglichen mit den 450 Millionen ihres größten Konkurrenten, Alipay.

Wie kann man mit WeChat bezahlen?

Um die App nutzen zu können, müssen Kunden die Wallet-Funktion ihres WeChat-Kontos aktivieren. Diese muss mit einem Bankkonto verknüpft sein. Ausländer müssen außerdem ihre Passdaten eingeben, um sich registrieren zu lassen.

In China können Nutzer, die Bankkontodaten zur Verfügung gestellt haben, die App auch nutzen, um Rechnungen zu bezahlen, Waren und Dienstleistungen zu bestellen, Geld an andere Nutzer zu überweisen und in Geschäften zu bezahlen, wenn die Geschäfte über eine WeChat-Zahlungsoption verfügen. Benutzer können ihre chinesischen Bankkonten sowie Visa, MasterCard und JCB verknüpfen.

Geschäftliche Apps für mobile Zahlungen

Die großen stationären Einzelhändler führen zunehmend eigene Zahlungssysteme ein. Inhouse-Mobile-Payment-Lösungen bieten viele Vorteile. Insbesondere geben sie dem Einzelhändler Zugriff auf Kundendaten, die von externen Diensten wie Apple Pay nicht geteilt werden.

Target Wallet

Ende letzten Jahres startete Target ein eigenes mobiles Zahlungssystem. Die App ermöglicht es Kunden, im Geschäft zu bezahlen, die Artikel mit ihren Smartphones zu scannen und ihre digitalen Coupons und Rabatte zu verwenden. Aktuell können Benutzer nur mit ihrer ROT-Karte, der Target-Karte, bezahlen, die als Debit- oder Kreditkarte verfügbar ist. Target-Geschenkkarten werden möglicherweise in Zukunft akzeptiert. Wenn keine Karten von Drittanbietern akzeptiert werden, werden Kunden dazu gebracht, zur Firmenkarte zu wechseln, was dem Unternehmen hilft, Transaktionskosten zu sparen und die Kundentreue zu fördern.

Starbucks

Die im Januar 2011 gestartete App der Kaffeekette ist mit 20,7 Millionen aktiven Nutzern im Jahr 2017 die beliebteste Mobile-Payment-App in den USA. Die Kombination von Zahlungen und seinem Treueprogramm war der Schlüssel zum Erfolg der digitalen Transformation von Starbucks. Die App dient als Erweiterung des Einzelhandelserlebnisses und bietet Kunden Vorteile, sowohl in Bezug auf Zeit- als auch Geldeinsparungen. Nutzer können über die App vorbestellen und damit für zukünftige Einkäufe Gutschriften erwerben.

Die Starbucks App gibt dem Unternehmen Daten und Einblicke in das Kundenverhalten. Diese Informationen werden für weitere Serviceoptimierung genutzt.

Walmart Pay

Der mobile Bezahldienst wurde Ende 2015 eingeführt und ist direkt in der bestehenden Unternehmens-App enthalten. Der Dienst kann für die Online-Zahlung oder die Zahlung in Geschäften verwendet werden, die derzeit an allen Standorten der Einzelhandelskette in den USA akzeptiert werden. Kunden können ihre Kredit- oder Debitkarte, ein Prepaid-Konto oder eine Walmart-Geschenkkarte auf ihrem Konto verwenden. Die Zahlung an der Kasse erfolgt durch Scannen eines vom Terminal vorgelegten QR-Codes. Die App ermöglicht es Benutzern, Zahlungen auch über verschiedene Zahlungsmethoden, einschließlich Bargeld, zu nutzen. Gutscheine werden automatisch bei der nächsten Transaktion im Geschäft eingelöst.

Walmart nutzt die App, um sein Wissen über die Einkaufsgewohnheiten der Kunden zu erweitern. Dies soll zum Beispiel dazu führen, dass Kunden Einkaufslisten basierend auf ihren früheren Einkäufen erstellen können.

Die besten Apps für mobile Zahlungen

Keine Mobile Payment App ist universell besser als alle anderen. Genau wie bei anderen Zahlungsmethoden spielen geografische Präferenzen und Besonderheiten eine große Rolle. Jede App hat ihren Länder- oder Regionenfokus. Am besten ist man mit der App bedient, die zu den individuellen Anforderungen passt und die beste Akzeptanz bietet.

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