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Warschau, Tallinn und Prag - die neuen Fintech-Hubs?

Viele mitteleuropäische Städte konkurrieren um Fintech-Unternehmen, in der Hoffnung als neuer Dreh- und Angelpunkt anerkannt zu werden.

Warschau profitiert von der starken Demografie und dem größten Bankensektor in Mitteleuropa. Die polnische Regierung trägt dazu bei, dass Fintech-Unternehmen gefördert werden. Für den stellvertretenden Premierminister und Finanzminister Polens, Mateusz Morawiecki, ist die Chance groß: "Wir konnten nicht an der industriellen Revolution teilnehmen, weil unser Land zu der Zeit noch nicht bereit war ... Wir konnten nicht an der IT-Revolution teilnehmen, da wir ein schlechtes System und einen Mangel an Unabhängigkeit hatten. Aber wir können erfolgreich an der digitalen Revolution teilnehmen".

Die Hauptstadt von Estland, Tallinn, beheimatet eine der technisch versiertesten und digital ausgerichteten Regierungen in Europa. Unternehmer neigen jedoch dazu, sich selbst auf der Suche nach Mitteln zu expatriieren. Seit 2014 ermöglicht das E-Residency-Programm der estnischen Regierung ausländischen Unternehmern, ihr Unternehmen in Estland zu registrieren, Bankgeschäfte durchzuführen, Steuern zu deklarieren und Dokumente online zu unterschreiben.

Prag hat eine wachsende Fintech-Szene, insbesondere in der Blockchain-Branche. Die tschechische Hauptstadt beherbergt den zweitgrößten Bankensektor der Region. Obwohl die Tschechische Republik gut bevölkert ist, fehlt ihr ein Binnenmarkt.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich mehr als ein Hub etablieren wird. Anna Sieńko, Leiterin der CEE-Technologie bei PwC, bemerkte: "Vielleicht, weil wir in Mitteleuropa viele verschiedene Sprachen haben, bleiben die Menschen in ihren Ländern und versuchen zuerst dort etwas aufzubauen."

Kontaktloses Bezahlen während Corona

Auch die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman sieht COVID-19 als Katalysator für bargeldloses Zahlen. So könnte der Umsatz der Barzahlungen im Jahr 2025 bei etwa nur mehr 32 Prozent liegen. Denn die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen könnten einen gewissen Umgewöhnungseffekt der Bezahlmethoden mit sich bringen. Schon jetzt sprechen Händler von einem Anstieg von 65 Prozent wenn es um kontaktlose Bezahlung geht.  In den letzten Wochen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt. Dies gab die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur bekannt. Im Dezember 2019 betrug der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards nur  35 Prozent.