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Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon: Scharfe Kritik an Fintech-Start-ups

In einem Interview mit der Wirtschaftswoche hat Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon kürzlich scharfe Kritik an Fintech-Start-ups geübt. Er kritisiert, dass diese von einem Erfolg in der breite Masse noch weit entfernt seien. Darüber hinaus bezeichnet der Bankenchef kostenlose Angebote als “unehrlich”.

Sparkassen nutzen Fintech-Ideen

Erfolg in breiten Teilen der Bevölkerung - hier kennen sich die Sparkassen mit 50 Millionen Kunden und 15 Millionen internetfähigen Girokonten aus. Auch wenn die alteingesessenen Banken nicht gerade zur Avantgarde des Fintech gehören, nutzen sie diverse Fintech-Ideen. Auch der Zukauf von Fintech-Start-ups durch die Sparkassen ist denkbar.
Fahrenschon betont jedoch, dass die Start-ups, die sich selbst als Herausforderer der großen Banken sehen, aktuell noch eine viel kleinere Zielgruppe bedienen: Es sei “etwas anderes, für 5.000 besonders Interessierte eine innovative Online-Lösung zu entwickeln” als “ordentloiches Bankgeschäft zu betreiben”. Fahrenschon zweifelt an der Seriösität der Anbieter, und Vorfälle wie die Massen-Kündigungen bei Number26 vor einigen Wochen scheinen ihm ein Stück weit recht zu geben.

Paydirekt weniger erfolgreich als erhofft

Doch auch Paydirekt, der Online-Bezahldienst der Sparkassen und Banken, hatte mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen und ging später an den Start als erhofft - und auch wneiger erfolgreich. Ziel ist es, sicheres Bezahlen mit dem Girokonto im Internet zu ermöglichen. Ab Herbst soll die Möglichkeit von Zahlungen von Handy zu Handy folgen. Doch diese Initiative von Seiten der etablierten Banken kommt recht spät.
Fahrenschon betont, die Sparkassen wollten “verstärkt in digitale Zugangswege investieren”. Die Kunden nutzten verstärkt das Internet und die App gar täglich.

Yomo für die junge Generation

Einige Sparkassen haben sich zusammengeschlossen, um das Projekt Yomo - was für “Your Money” steht - zu lancieren. Hier will man in erster Linie die junge Generation ansprechen. Ziel ist eine “überregionale Smartphone-Bank”, doch genau die Überregionalität könnte noch zur Stolperfalle werden - denn zum Konzept der Sparkassen gehört deren Regionalität. Es bleibt also abzuwarten, wie sich Yomo entwickeln wird und ob dieser Bank für die jüngsten Kunden wirklich Erfolge blühen. (Quelle)

“Kostenlose Angebote sind unehrlich”

Während die Sparkassen erst vor kurzem gezwungen waren, ihre Gebühren zu erhöhen und einige Filialen zu schließen, sind die Angebote vieler Fintech-Start-ups kostenlos. Doch auch hier übt Fahrenschon Kritik und meint: “Kostenlose Produktangebote waren immer schon unehrlich.” Denn letzten Endes bezahle dann doch der Kunde - nur auf intransparenten Wegen. Die Leistungen der Sparkassen hingegen seien “einen angemessenen Preis wert”.

Quelle:

  • http://www.gruenderszene.de/allgemein/georg-fahrenschon-fintech-startups

Kontaktloses Bezahlen während Corona

Auch die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman sieht COVID-19 als Katalysator für bargeldloses Zahlen. So könnte der Umsatz der Barzahlungen im Jahr 2025 bei etwa nur mehr 32 Prozent liegen. Denn die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen könnten einen gewissen Umgewöhnungseffekt der Bezahlmethoden mit sich bringen. Schon jetzt sprechen Händler von einem Anstieg von 65 Prozent wenn es um kontaktlose Bezahlung geht.  In den letzten Wochen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt. Dies gab die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur bekannt. Im Dezember 2019 betrug der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards nur  35 Prozent.