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Seafile stellt sich gegen PayPals Datenanalyse

Zwischen der deutschen Dropbox-Alernative Seafile und dem Online-Payment-Anbieter PayPal ist es zu einem Konflikt gekommen, der darin resultierte, dass PayPal das fränkische Untenrehmen für einige Zeit gesperrt hat. Inzwischen wurde Seafile zwar wieder für PayPal freigeschaltet, jedoch zeigt sich an diesem Beispiel, wie schnell Konflikte rund um verschiedene Datenschutz-Normen in den USA und der EU eskalieren können.

Streit um Datenschutz

Hintergrund ist eine Auseinandersetzung der beiden Unternehmen hinsichtlich des Datenschutzes. PayPal hatte von Seafile gefordert, die Daten sowie Datentransfers seiner Kunden auf illegale Aktivitäten hin zu überprüfen und auch zu überwachen. Dies entspricht jedoch nicht den deutschen und europäischen Datenschutzgesetzen. Daher lehnte Seafile ab.
Die Folge: PayPal forderte Seafile dazu auf, die PayPal-Bezahl-Option von der Seite zu entfernen sowie alle Hinweise auf den Zahlungsdienst zu löschen.
Seafile kündigte daraufhin an, keine Cloud-Konten sperren zu wollen. Vorübergehend war es nicht möglich, neue Cloud-Konten anzulegen.

Einlenken von Seiten PayPals

Nach einer erneuten Überprüfung der Geschäftstätigkeit von Seafil machte PayPal einen Rückzieher und öffnete das Konto des Cloud-Service wieder. Was genau den Bezahldienst zum Einlenken veranlasst hat, ist nicht ganz klar, allerdings dürfte es eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben, dass Seafile viel mediale Aufmerksamkeit für diesen Schritt von PayPal erreicht hatte. In seinen beiden folgenden Stellungnahmen betonte PayPal, dass man noch nie von einem Händler verlangt habe, dass dieser in die Privatsphäre seiner Kunden eindringt, sowie dass Datenschutz für das Unternehmen einen essentiellen Wert besitze.
Darüber hinaus behauptet PayPal, man habe von Seafile kein Monitoring verlangt - vielmehr handle es sich lediglich um eine simple Frage in einem Standard-Fragebogen.

Viele Fragen bleiben offen

PayPal gesteht also nicht zur Gänze einen Fehler ein,s chaltet aber immerhin Seafile wieder frei. Doch auch bei dem fänkischen Cloud.Anbieter bleiben viele Fragen offen - und ein bitterer Nachgeschmack. In einem Statement heißt es:”Theoretisch dürften wir wieder PayPal Zahlungen entgegennehmen. Ein blöder Nachgeschmack bleibt allerdings. (...) Wir finden es zwar gut, dass PayPal hier so viel Größe zeigt und einen Fehler eingesteht. Aber auf unserer Seite ist das Vertrauen in PayPal erst mal so sehr erschüttert, dass wir uns nicht vorstellen können, wie wir PayPal guten Gewissens wieder einsetzen sollen. Wir schauen uns zur Zeit weiterhin nach Alternativen um.”
Dieser Zwischenfall reiht sich ein in eine Folge von PayPal-Sperrungen. So hatte PayPal in den vergangenen Jahren häufiger Konten gesperrt, weil die Unternehmen Geschäfte mit Kuba tätigten. Dabei berief sich der Intenret-Bezahldienst auf die diesbezüglichen US-Sanktionen. In den meisten Fällen endeten diese Konflikte mit einem Vergleich.

Quellen:

  • http://t3n.de/news/paypal-sperrt-seafile-718415/
  • http://www.mobilegeeks.de/news/paypal-kickt-seafile/

Kontaktloses Bezahlen während Corona

Auch die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman sieht COVID-19 als Katalysator für bargeldloses Zahlen. So könnte der Umsatz der Barzahlungen im Jahr 2025 bei etwa nur mehr 32 Prozent liegen. Denn die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen könnten einen gewissen Umgewöhnungseffekt der Bezahlmethoden mit sich bringen. Schon jetzt sprechen Händler von einem Anstieg von 65 Prozent wenn es um kontaktlose Bezahlung geht.  In den letzten Wochen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt. Dies gab die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur bekannt. Im Dezember 2019 betrug der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards nur  35 Prozent.