PaylobbyNewsE-Commerce › Otto fordert Amazon heraus

Otto fordert Amazon heraus

Der zweitgrößte Online-Marktplatz in Deutschland will sich als ethische Alternative zum Marktführer Amazon positionieren. Hohe Standards und das Versprechen von Fairness machten die Otto Group zu einem Favoriten bei Kunden und Geschäftspartnern.

Das Familienunternehmen setzt auf kleinere Unternehmen, die bezüglich der Zusammenarbeit mit dem Onlineriesen Amazon zurückhaltend sind. Hunderte von kleinen Online-Händlern, vom Modeshop bis zum Möbelgeschäft, verkaufen bereits auf Otto‘s Plattform.

Alexander Birken, CEO der Gruppe, versprach in einem Interview mit mit t3n, dass die Plattform nicht mit den kleinen Unternehmen konkurrieren würde, indem ähnliche Produkte eingeführt würden.

Alexander Birken, CEO der Otto Gruppe

Bild: Alexander Birken, CEO der Otto Gruppe

Otto setzt stattdessen auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit mit der Werbebotschaft: Kaufen mit gutem Gewissen. Die Gruppe setzt auf eine zweite, reifere Phase des Online-Handels.

In den letzten zehn Jahren ist Amazon mit seiner Dynamik, seinem geschickten Kundenansatz und seiner intelligenten Technologie ein großer Konkurrent für traditionelle Anbieter geworden. "Wir sind keine Kopie von Amazon. Das wäre der falsche Weg für uns", sagte Birken. In einem Interview im April 2018 erinnerte sich Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group: "Im Jahr 2000 fragte mich Jeff Bezos einmal, ob ich 100 Millionen Dollar in sein Geschäft investieren wolle". Er lehnte das Angebot ab.

Von den Katalogen bis zum digitalen Zeitalter hat die Otto Group einen langen Weg zurückgelegt. Ihr Jahresbericht 2017, der die Bedeutung dieser Entwicklung unterstreicht, schätzt, dass rund 3/4 der Einzelhandelsumsätze digital generiert werden.

Erste Katalog der Gründers Werner Otto, 1950

Bild: Der erste Katalog des Gründers Werner Otto, 1950.

Ende Februar 2018 steigerte der Konzern seinen Gesamtumsatz um 7% auf 13,65 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 11% auf 405 Millionen Euro. Otto sei dem Umsatzziel 2022 von 17 Milliarden Euro näher gekommen als erwartet, sagte der Vorstandsvorsitzende. Die Gruppe ist in 250 Start-ups in Europa, den USA, Japan, Brasilien und China vertreten. Die Tochterfirma About You ist ein zunehmend beliebter Online-Modehändler.