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Number26 erwirbt Banklizenz und wird zu N26

Wieder sorgt das Berliner Fintech-Start-up Number26 für Schlagzeilen: Nachdem das Unternehmen sich zuletzt über ein Investment von 40 Millionen US-Dollar freuen konnte, hat es dieses neue Kapital nun für einen entscheidenden Schritt in Richtung unabhängiges Kreditinstitut genutzt und eine Banklizenz erworben. Mit der Gründung der neuen N26-Bank geht auch die Umfirmierung des gesamten Unternehmens in N26 einher.

Investment klug genutzt

An dem großen Investment waren namhafte Kapitalgeber beteiligt.
Number26 hat eigens für die Banklizenz eine Bank gegründet, die als Tochterfirma von Number26 fungiert - die N26-Bank. Markus Gunter, der CEO des neuen Kreditinstituts, erklärt: “Wir haben uns ganz bewusst für eine Lizenz in Deutschland entschieden.” Denn dies sei einer der am härtesten regulierten Märkte und damit ein guter Ausgangspunkt für die weitere europäische Expansion, die das Unternehmen plane.
Der neue Name N26 gilt nicht nur für die Bank, sondern für das gesamte Unternehmen. Marktforschungen hätten ergeben, dass die neue Firmenbezeichung bei den Kunden europaweit besser ankomme.

Bisherige Zusammenarbeit mit Wirecard

Seit ihrer Lancierung vor anderthalb Jahren hatte Number26 für seine Banking-App mit der Wirecard Bank zusammengearbeitet. Nachdem nun die Europäische Zentralbank und die BaFin dem Unternehmen eine Vollbank-Lizenz verliehen haben, wird man diese Zusammenarbeit im Herbst beenden.
Number26-CEO Valentin Salf erhofft sich davon nicht nur größere Unabhängigkeit, sondern auch eine günstigere Kostenstruktur. Stalf zeigt sich überzeugt, dass die neue Bank bis in drei Jahren profitabel arbeiten könne.

Neues Team der N26-Bank

Mit der Gründung der Tochterfirma und Bank geht auch eine Erweiterung des Management-Teams von Number26 einher. Gründer und CEO Valentin Stalf, Gründer und CFO Maximilian Tayenthal und CTO Christian Rebernik haben sich zwei Manager mit Bankenerfahrung mit an Bord geholt: Markus Gunter war schon Chef der DAB-Bank, und der Finanzchef der neuen N26-Bank Matthias Oetken war vorher bei der HSH Nordbank.

In Zukunft stärkere Abgrenzung von Direktbanken

Gunter erklärt, N26 wolle sich in Zukunft stärker von den Direktbanken abgrenzen und den Fokus auf die Zusatzfunktionen der Banking-App setzen. Unter anderem kann das Unternehmen mit Hilfe einer Datenanalyse der Konten Betrug feststellen oder herausfinden, welche Produkte zum Finanzverhalten des Kunden passen würden. Darüber hinaus wolle man sein Angebot weiter ausbauen.

Zuletzt Wirbel um Massenkündigungen

In den vergangenen Wochen stand Number26 in der Kritik, weil es zahlreichen Kunden ohne Angabe von Gründen gekündigt hatte. Schließlich stellte sich heraus, dass es sich vor allem um Kunden handelte, die häufig Bargeldabhebungen durchgeführt hatten. Diese sind teuer für das Unternehmen.
Number26 zog aus diesen Ereignissen die Konsequenz, lediglich drei bis fünf Gratis-Bargeldabhebungen pro Monat zu ermöglichen. Daran wolle man auch in Zukunft festhalten. Gründer Stalf: “Wenn es den Kunden nur um die Gratis-Abhebung geht, gibt es viele andere Angebote.” Vielmehr seien es andere Funktionen, die die Kunden am Konsto von Number26 schätzten.

 

Quellen:

http://www.gruenderszene.de/allgemein/number26-banklizenz

http://www.gruenderszene.de/allgemein/number26-expansion