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Nordamerika: Unterschriften werden für EMV-fähige Karten optional

Die großen Kreditkartenunternehmen American Express, MasterCard und Visa haben angekündigt, ab April 2018 keine Unterschriften mehr für Kreditkarten mit EMV-Chip verlangen.

American Express wird diesen Wandel sogar weltweit umsetzen. „Die Zahlungsverkehrslandschaft hat sich so weit entwickelt, dass wir diesen schmerzhaften Punkt für unsere Händler beseitigen können", sagte Jaromir Divilek, Executive Vice President, Global Network Business, wie in der Pressemitteilung von American Express zitiert. Unsere Betrugsmöglichkeiten sind so weit fortgeschritten, dass Unterschriften zur Betrugsbekämpfung nicht mehr notwendig sind. Darüber hinaus erfordert die Mehrheit der American Express-Transaktionen heute bereits keine Unterschrift am Point of Sale, da wir aufgrund früherer Änderungen unserer Richtlinien, die wir vorgenommen haben um unseren Händlern zu helfen, eine Unterschrift benötigen.

Laut Mastercard benötigen 80 % der Transaktionen, die durch Karten im Geschäft in Nordamerika getätigt werden, bereits keine Unterschrift. Das Unternehmen sieht dies als "[...] einen weiteren Schritt in der digitalen Evolution des Zahlungsverkehrs und der Zahlungssicherheit".

„Visa hat sich verpflichtet, sichere, schnelle und bequeme Zahlungen am Point of Sale zu liefern", sagte Dan Sanford, Vice President, Consumer Products, wie in der Pressemitteilung von Visa zitiert. „Unser Fokus liegt auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Marktes, hin zu dynamischen Authentifizierungsmethoden wie dem EMV-Chip sowie auf Investitionen in neue Funktionen, die fortschrittliche Analysen und Biometrie nutzen. Wir glauben, die Signaturpflicht für EMV-Chip-fähige Händler optional zu machen, ist der verantwortungsvolle nächste Schritt zur Erhöhung der Sicherheit und des Komforts am Point of Sale.“

Die 1995 veröffentlichten EMV-Standards wurden von American Express, China UnionPay, Discover Financial, JCB International, MasterCard und Visa übernommen. Allein in den Vereinigten Staaten trug die Einführung von EMV-Chips dazu bei, den Betrug in den ersten zwei Jahren seines Bestehens um 66% zu reduzieren.

Kontaktloses Bezahlen während Corona

Auch die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman sieht COVID-19 als Katalysator für bargeldloses Zahlen. So könnte der Umsatz der Barzahlungen im Jahr 2025 bei etwa nur mehr 32 Prozent liegen. Denn die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen könnten einen gewissen Umgewöhnungseffekt der Bezahlmethoden mit sich bringen. Schon jetzt sprechen Händler von einem Anstieg von 65 Prozent wenn es um kontaktlose Bezahlung geht.  In den letzten Wochen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt. Dies gab die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur bekannt. Im Dezember 2019 betrug der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards nur  35 Prozent.