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Neue Regeln zur Video-Identifikation: Fintech-Start-ups im Nachteil?

Die deutsche Bankaufsichtsbehörde BaFin will ab 2017 neue Regeln zur Video-Identifikation gelten lassen. Zunächst war die Umstellung auf die neuen Regeln sogar ohne Übergangsfrist ab sofort geplant gewesen, doch nun wurde die Umstellung bis Ende des Jahres vertagt. Grund dafür ist eine neue Geldwäscherichtlinie der EU.

Ziel ist die Bekämpfung von Terrorfinanzierung

Hintergrund des Konflikts ist eine Vorgabe von den deutschen Sicherheitsbehörden an die Banken. Um Terrorfinanzierung zu bekämpfen, sollen die Regeln zur Video-Identifikation verschärft werden. Konkret bedeutet das, dass ein Neukunde, der zum Beispiel bei einem Fintech-Unternehmen ein neues Konto eröffnen möchte, zusätzlich zur bloßen Video-Identifizierung eine Referenzüberweisung tätigen muss. Das heißt, dass er von einem anderen Konto eine bestimmte Summe auf das neue Konto überweist.

Welche Folgen hätte die neue Regelung für Fintech-Start-ups?

Von Seiten der Fintech-Start-ups stößt die neue Regelung auf Kritik. Sie sehen besonders Probleme bei sehr jungen Kunden, die noch gar kein Konto besitzen, sowie bei Kunden, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen und kein europäisches Konto haben.
Viele Start-ups aus der Fintech-Branche setzen auf eine möglichst unkomplizierte, schnelle und einfache Anmeldung. Durch die neuen Regularien gestaltet sich diese für Kunden zunehmend schwieriger. Der Chef des Robo-Advisers Vaamo, Oliver Vins, sagt dazu: “Das könnte ein krasser Conversion-Killer werden.” Kunden würden in Zukunft aufgrund der komplizierteren Anmeldung schneller abspringen, so die Befürchtung.

BaFin: “Politische Prioritäten” sind abzuwägen

BaFin-Präsident Felix Hufeld zeigt sich verständnisvoll für die Schwierigkeiten, die sich aus der neuen Richtlinie für Fintech-Start-ups ergeben können: “Dass diese Regel den einen oder anderen unangenehm trifft, ist vollkommen verstanden.” Jedoch müssten in diesem Fall die politischen Prioritäten abgewogen werden.
Inzwischen hat die BaFin mitgeteilt, dass das entsprechende Rundschreiben bis Ende diesen Jahres ausgesetzt wird. Denn ab 2017 müssen die Banken ohnehin eine neue europäische Geldwäscherichtlinie umsetzen. Hier ist mit erneuten Regeländerungen zu rechnen.

Wird es eine Annäherung zwischen Fintech-Start-ups und der BaFin geben?

Das Verhältnis zwischen der BaFin und den Fintech-Start-ups präsentiert sich angespannt. Zwar fand erst kürzlich auf Einladung der BaFin hin eine Konferenz mit 200 Vertretern der jungen Finanzbranche in Frankfurt statt, doch immer wieder kommt es zu Konflikten, wie zum Beispiel in diesem Fall. Ob es in naher Zukunft eine Annäherung geben wird, wird sich noch zeigen müssen.

 

Quelle:

http://www.gruenderszene.de/allgemein/BaFin-video-ident-fintechs

Kontaktloses Bezahlen während Corona

Auch die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman sieht COVID-19 als Katalysator für bargeldloses Zahlen. So könnte der Umsatz der Barzahlungen im Jahr 2025 bei etwa nur mehr 32 Prozent liegen. Denn die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen könnten einen gewissen Umgewöhnungseffekt der Bezahlmethoden mit sich bringen. Schon jetzt sprechen Händler von einem Anstieg von 65 Prozent wenn es um kontaktlose Bezahlung geht.  In den letzten Wochen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt. Dies gab die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur bekannt. Im Dezember 2019 betrug der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards nur  35 Prozent.