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GFT-Studie zu Mobile Payment: Chance für den Bankensektor?

Der Artikel in Kürze

Die aktuelle Untersuchung von GFT analysiert die Marktdurchdringung von Mobile Payment in Europa, Asien und Amerika. Vor allem am deutschen Markt besteht in Sachen Mobile Payment akuter Nachholbedarf. Das könnte sich der Bankensektor, der sich bisher auf traditionelle Bezahlmethoden verlassen hat, zunutze machen und die Kunden in Deutschland dort abholen, wo ihre Skepsis gegenüber neuer Wettbewerber im Finanzsektor anfängt.


Startups mischen den Finanzmarkt auf


Der Mobile Payment Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert und ist im Umschwung. Das bedeutet, dass in vielen Ländern neue Unternehmen aus anderen Branchen in den traditionellen Finanzmarkt drängen. Von Smartphone-Herstellern bis zu Internetkonzernen - innovative Geschäftsideen finden gerade im neuen Mobile Payment Umfeld Anklang und Sympathisanten. Die Banken müssen sich also gegen mächtige Konzerne genauso wie gegen aufstrebende und innovative Startups wappnen und ihre eigene Mobile Wallet an die Kunden bringen.

GFT-Studie

Quelle: GFT

 


“Die Zukunft des Zahlungsverkehrs bestimmen Wertschöpfungsketten, die länger und komplexer werden. Ein weiterer neuer Wettbewerber für den bislang von Banken dominierten Zahlungsverkehr sind FinTech-Startups.“, erklärt Bernd-Josef Kohl, Executive Director bei GFT Germany.


Kunden vertrauen Hausbank


Laut einer Umfrage der ING-Diba würden drei von vier Konsumenten beim Bezahlen mit dem Smartphone am ehesten der App ihrer Hausbank vertrauen. Nur etwa jeder Zehnte würde einem Anbieter aus der IT- oder Internetbranche, wie Payment-Solutions von Apple oder Google, sein Vertrauen schenken. Im allgemeinen gilt also, dass sich die renommierten Finanzhäuser im Bereich Datenschutz auf einen hohen Vertrauenszuschuss ihrer treuen Kunden verlassen können. Den Mobile-Payment-Zug dürfen sie allerdings trotzdem nicht verpassen und sollten möglichst rasch aufspringen um fortschrittliche Lösungen bieten zu können, die mit dem aktuellen Markttrend mithalten können.


Kontaktlose Bezahlsysteme bis 2020


Die Banken können sich also durchaus über gute Marktchancen freuen. Die Zeit für ein Umdenken drängt aber, denn bis zum Jahr 2020 müssen in Deutschland alle PoS-Kassenterminals kontaktlose Bezahlsysteme unterstützen. Neben dieser Herausforderung dürfte sich der Bankensektor allerdings über zahlreiche neue Geschäftsmöglichkeiten freuen. „Dank ihrer Infrastruktur und der langjährigen Expertise mit Zahlungsdiensten haben die Kreditinstitute beste Voraussetzungen, eine zentrale Position im künftigen mobilen Ökosystem einzunehmen“, betont Kohl.


Europa hat Nachholbedarf


Global betrachtet haben die Regionen Asien-Pazifik sowie Afrika die Nase vorne bei der Verbreitung mobiler Bezahldienste. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Die wenigsten Bewohner dieser Regionen sind in Besitz eines klassischen Bankkontos. In Europa findet der Trend zu mobilen Bezahlsystem nur langsam statt. Allen voran wird in Großbritannien und in südlichen Ländern wie Italien oder Spanien mobil bezahlt. Im deutschen Handel herrscht weiterhin technologischer Optimierungsbedarf, was sich in einer Unsicherheit bei den Konsumenten und einer weitgehenden Ablehnung mobiler Bezahlsysteme äußert.

 

 


Quellen: