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Frankreich senkt Umsatzsteuer-Schwellenbetrag für Cross-Border-Geschäfte

Der Artikel in Kürze

E-Commercer, die vom Ausland aus in Frankreich aktiv sind, müssen dieses Jahr besonders aufpassen: Denn das Land hat den Schwellenbetrag für die Umsatzsteuer in Bezug auf Cross-Border-Geschäfte gesenkt. Ab sofort müssen Unternehmen bereits dann in Frankreich Umsatzsteuer entrichten, wenn ihr Netto-Jahresumsatz mit französischen Kunden 35.000 Euro übersteigt. Zuvor lag diese Grenze mit 100.000 Euro weitaus höher.


In Deutschland weiter höherer Betrag


Cross-Border-Verkäufe sind insbesondere im E-Commerce längst Alltag geworden. Wie hoch die Umsatzsteuer-Schwelle hier angesetzt wird, ist jedoch von Land zu Land verschieden. Deutschland, aber auch Luxemburg und die Niederlande bleiben hier bei einem Netto-Jahresumsatz von 100.000 Euro. Erst wenn ein Unternehmen, welches vom Ausland aus agiert, diese Summe im Handel mit inländischen Kunden übersteigt, wird die Umsatzsteuer im betreffenden Land fällig.


Weitere Länder mit einer Schwelle von 35.000 Euro


Per 1. Januar 2016 hat Frankreich diese Grenze auf 35.000 Euro abgesenkt. Damit ist es bei Weitem nicht das einzige Land, welches bereits bei dieser Summe Mehrwertsteuer von den ausländischen Händler verlangt. Gleiches gilt für Österreich, Italien, Spanien, Belgien und Ungarn.
Agiert man als Händler im Ausland, ist man dazu gehalten, seinen bisher erzielten Jahresumsatz sorgfältig zu prüfen. Denn sobald man den Umsatzsteuer-Schwellenbetrag überschritten hat, werden die Regeln ab der nächsten Lieferung sofort gültig. Im Folgejahr wird die Mehrwertsteuer dann bereits ab der ersten Lieferung fällig.


Folgen für Cross-Border-E-Commerce


Insbesondere für den Cross-Border-E-Commerce handelt es sich um eine wichtige Neuerung, die alle E-Commercer zur Kenntnis nehmen sollten. Darüber hinaus empfiehlt es sich natürlich, den bisher erzielten Jahresumsatz in ausländischen Märkten im Auge zu behalten. Nur so kann man sicher gehen, sich korrekt zu verhalten und rechtzeitig die in diesem Fall französische Mehrwertsteuer auf der Rechnung auszuweisen, regelmäßig eine französische Umsatzsteuererklärung abzugeben und die Steuer abzuführen.


Besondere Regeln für die Lieferung digitaler Güter


Ein Sonderfall sind Händler, die digitale Güter anbieten. Werden diese Endverbrauchern angeboten, muss das Unternehmen die Umsatzsteuer bereits jetzt immer in dem Land abführen, in welchem der Kunde seinen Wohnsitz hat. Gleiches gilt für Waren, für die Sonderabgaben fällig werden, wie zum beispiel Alkohol und Tabak. In diesem Fall werden sowohl die Sonderabgaben als auch die Mehrwertsteuer ebenfalls im Zielland fällig.


Quelle:


https://www.computop.com/de/news/news-detail/news/umsatzsteuer-schwellenbetrag-fuer-cross-border-geschaeft-in-frankreich-gesenkt/