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Fintech-Start-ups setzen auf junge digitale Kunden

Die Konkurrenz unter den europäischen Start-ups im Fintech-Bereich ist groß. Viele junge Unternehmen schicken sich an, auf dem Finanzmarkt Fuß zu fassen. Eine besondere Hürde, die die meisten von ihnen überwinden müssen, ist dabei der Erwerb einer Banklizenz. Darüber hinaus müssen Start-ups, die Bankendienste anbieten, darauf achten, auf die richtige Klientel zu setzen - denn nur ein Bruchteil der potentiellen Kunden ist bereit, seine Bankengeschäfte oder einen Teil davon über ein Fintech-Start-up abzuwickeln.

Europäische Fintech-Start-ups wollen durchstarten

In den letzten Wochen gab es viel medialen Wirbel um das Berliner Start-up Number26. Nachdem das Unternehmen zunächst einer Vielzahl an Kunden Kündigungen ohne Begründung ausgesprochen hatte, machte es im Anschluss Schlagzeilen mit seiner neuen Finanzierung von 40 Millionen Euro. Doch Number26 ist beileibe nicht das einzige europäische Start-up, das ein Stück vom Fintech-Kuchen abbekommen möchte. Insbesondere in Großbritannien haben einige weitere Unternehmen vor, in diesem Bereich durchzustarten. Das Londoner Untenrehmen Mondo, das sich durch Crowdfunding finanziert, ist aktuell auf der Suche nach 15 Millionen Pfund.

Banklizenz als Voraussetzung

Verwenden will das junge Unternehmen diese Summe, um eine volle Banklizenz zu erwerben - diese kostet zwischen 15 und 20 Millionen Pfund. Number26 steht der Erwerb der Banklizenz ebenfalls noch bevor. Das Unternehmen müsste dafür mindestens eine höhere einstellige Millionensumme zurücklegen. Loot ist ein weiteres Start-up aus London, welches am Fintech-Markt mitmischen will. Das Angebot des Unternehmens: Eine Prepaid-Kreditkarte mit Konto-Management-App. Zu den Investoren gehören Rocket Internet und der österreichische Wagniskapitalgeber Speedinvest, die zusammen umgerechnet etwa 2,2 Millionen US-Dollar gegeben haben.

Banken für die “Generation Snapchat”?

Loot-Gründer Ollie Purdue erklärt, sein Unternehmen wolle eine “Bank für die Generation Snapchat” werden. Die 5.000 Kunden des Unternehmens können ihre Ausgaben analysieren lassen und ihre finanzielle Situation mit der von Freunden per App vergleichen. Purdues ehrgeiziges Ziel: Die Zahl der Kunden bis Jahresende zu verzehnfachen. Ob die junge und digitale Generation auch wirklich eine eigene Form der Bank will und annehmen wird, muss sich ebenso noch zeigen wie welcher der vielen Anbieter sich hier durchsetzen kann. Auch Unternehmen wie die Atom Bank, Tandem und die Starling Bank sind bereits in Position, um junge Bankkunden für sich zu gewinnen.

Welche Rolle spielt der Brexit?

Number26 ist derzeit ausschließlich in Deutschland aktiv. Doch nach eigenen Angaben will sich das Berliner Unternehmen zu einer paneuropäischen Bank entwickeln, die in der gesamten EU aktiv ist. Auch die britischen Fintech-Start-ups, wie zum Beispiel Mondo, haben großes Interesse an einer langfristigen Expansion innerhalb Europas. Hier könnte ihnen jedoch der Brexit einen Strich durch die Rechnung machen, denn ein Brexit wird auch im Bereich Fintech Folgen haben.

 

 

Quelle:

  • http://www.gruenderszene.de/allgemein/number26-mondo-loot