PaylobbyNewsFintech › Erobern Start-ups die Inkasso-Branche?

Erobern Start-ups die Inkasso-Branche?

Die Inkasso-Branche ist nicht gerade für Flexibilität und Innovation bekannt. Vielmehr steht sie für starre Strukturen und oftmals auch für Undurchsichtigkeit. Kein Nährboden für junge Start-ups, könnte man meinen. Und doch gibt es einige junge Unternehmen, die sich daran machen, in der Inkasso-Branche Fuß zu fassen.

Pair Finance - Inkasso made by Start-up

Mit den Stichwörtern “dynamisch”, “digital” und “zeitsparend” möchte das Start-up Pair Finance, ein Unternehmen, das zu FinLeap gehört, das Thema Inkasso digital machen. Das Unternehmen hat dabei den Anspruch, den gesamten Prozess des Forderungsmanagements mit Hilfe von Digitalisierung zu vereinfachen und sowohl aus Schuldner- als auch aus Gläubiger-Sicht zu optimieren.

Die Methode von Pair Finance

Pair Finance setzt auf dynamisches und datenbasiertes Forderungsmanagement. Während klassische Inkasso-Unternehmen auf Briefe als erstes Kommunikationsmittel setzen, will Pair Finance die Digitalisierung auch in dieses Segment bringen. Pair-Finance-Co-Founder Christine Kiefer erklärt, dass dieser Kommunikationsweg insbesondere im boomenden Online-Handel einen Bruch in der Kommunikation darstelle, da diese bis zu diesem Punkt überwiegend per E-Mail & Co. ablaufe.
Pair Finance nutzt digitale Kommunikationskanäle, um Schuldner anzuschreiben. Darüber hinaus werden statt standardisierter Inhalte maßgeschneiderte Nachrichten verschickt. Davon erhofft man sich, die Schuldner effektiv zur Begleichung ihrer Schulden motivieren zu können.

Aus Schuldner- und aus Gläubiger-Sicht

Bei Pair Finance erfolgt die Kommunikation mit säumigen Zahlern in drei Schritten und digital. Mit Hilfe individualisierter Inhalte will man die Kundenbindung stärken bzw. Kunden langfristig halten. Zunächst erhält der Schuldner eine E-Mail im responsive design mit individuellem Inhalt sowie wissenschaftlich getesteten Formulierungen. Hierbei kommen Machine-Learning und Verhaltensforschung zum Einsatz. In einem zweiten Schritt erfolgt eine Erinnerung via SMS. Diese soll zu einer höheren Antwortquote und größeren Zahlungsbereitschaft führen. Die SMS enthält einen Link zur Zahlungsseite - dies soll den Bezahlvorgang möglichst einfach und unkompliziert gestalten. In einem dritten Schritt erfolgt die Zahlung durch den Schuldner - und zwar online, nicht etwa wie bei den meisten Inkassos per Überweisungsschein. Der gesteigerte Komfort ohne Medienbruch soll säumige Schuldner motivieren, die einfachen Möglichkeiten der Rechnungszahlung zu nutzen.

Zukunft der Inkasso-Start-ups bleibt offen

Pair Finance verspricht nicht nur eine menschlichere Behandlung von Schuldnern, sondern - daraus hervorgehend - auch eine gesteigerte Kundenbindung für Unternehmen. Darüber hinaus sollen Integration und Reporting für die Unternehmen möglichst einfach und unkompliziert ablaufen.
Ob sich das “menschlichere Inkasso” auf Dauer durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Wie sehr eine bloße Vereinfachung des Zahlungsprozesses die Zahlungsbereitschaft der Schuldner erhöhen wird, muss sich noch zeigen - und davon wird der Erfolg von Start-ups wie Pair Finance letztendlich abhängen.

 

Quellen:

http://www.zeit.de/karriere/2016-07/gruenderin-inkasso-fintech

https://www.pairfinance.com/