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Die Zukunft des Mobile Payments - ganz ohne Chipkarte?

 

Kreditkarten mit Chip sind in Europa bereits seit Jahrzehnten verbreitet. Seit einiger Zeit sind sie auch in den USA auf dem Vormarsch, weil sie mehr Sicherheit bieten als das dort bisher gebräuchliche Magnetstreifen-System. Allerdings haben die sicheren Chip-Karten einen Nachteil: Der Bezahlvorgang mit ihnen dauert länger als bei den in den USA bisher verbreiteten Magnet-Karten.
Möglicherweise liegt die Zukunft des mobilen Bezahlens aber gar nicht in Kreditkarten, sondern in Smartphones - werden Apple Pay und andere Mobile-Payment-Dienste auf lange Sicht die Kreditkarte ersetzen?

Sicherheit im Fokus

Chips in Kreditkarten bieten gegenüber Magnetstreifen eine erhöhte Sicherheit und werden deswegen immer beliebter, weil man so Missbrauch und Betrug leichter einen Riegel vorschieben kann. Allerdings dauert der Bezahlvorgang länger, vor allem ist es notwendig, die Kreditkarte einige Sekunden im Lesegerät zu behalten, bis der Vorgang abgeschlossen ist.
Hier steht die Alternative des Mobile Payments per Smartphone im Raum. Das Bezahlen per Apple Pay & Co. verläuft schnell und unkompliziert und steht in puncto Sicherheit den Kreditkarten mit Chip nicht nach.

Ablauf einer mobilen Zahlung

Sowohl bei der Zahlung per Chip-Kreditkarte als auch wenn man mit dem Smartphone bezahlt läuft der Vorgang folgendermaßen ab: Der Chip bzw. das Smartphone generieren einen einmaligen Code, welcher an die Bank geschickt wird. Dort wird der Code bestätigt, und es wird ein Signal an das Terminal gesandt.
Der Unterschied zwischen Chip und Smartphone liegt in der Tatsache, dass die Kreditkarte diesen gesamten Vorgang über im Terminal bleiben muss, während dies beim Smartphone nicht der Fall ist. Ob diese Sekunden, um die eine mobile Zahlung per Smartphone kürzer ist, letzten Endes die entscheidenden sein werden, wird sich noch zeigen.

Apple Pay, Android Pay, Samsung Pay - wer macht das Rennen?

Sogenannte Mobile Wallets gibt es sowohl von Apple und Google mit Apple Pay und Android Pay als auch von Samsung als Samsung Pay. Das mobile Bezahlen mit diesen Anbietern erfolgt intuitiv, unkompliziert und sicher. Allerdings hat es sich bislang noch kaum durchgesetzt: Gerade einmal 0,2 Prozent aller In-Store-Verkäufe in den USA wurden letztes Jahr per Smartphone bezahlt. (Quelle)
Samsung Pay wird von den drei Systemen von den meisten Händlern akzeptiert, da es mit den meisten Kreditkarten-Lesegeräten kompatibel ist und darüber hinaus NFC unterstützt. Letzteres gilt auch für Apple Pay und Android Pay. Apple Pay sticht hervor, weil es in den USA von mehr Banken unterstützt wird als seine Konkurrenten.
Ob das Smartphone auf lange Sicht die Chip-Kreditkarte ablösen wird, muss sich noch zeigen - ebenso, welcher der Wettbewerber sich beim Kunden durchsetzen wird.

Quelle:

  • http://www.nytimes.com/2016/05/05/technology/personaltech/in-the-race-to-pay-mobile-wallets-win.html?_r=0

Kontaktloses Bezahlen während Corona

Auch die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman sieht COVID-19 als Katalysator für bargeldloses Zahlen. So könnte der Umsatz der Barzahlungen im Jahr 2025 bei etwa nur mehr 32 Prozent liegen. Denn die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen könnten einen gewissen Umgewöhnungseffekt der Bezahlmethoden mit sich bringen. Schon jetzt sprechen Händler von einem Anstieg von 65 Prozent wenn es um kontaktlose Bezahlung geht.  In den letzten Wochen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt. Dies gab die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur bekannt. Im Dezember 2019 betrug der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards nur  35 Prozent.