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Die rumänische Fintech-Revolution

Die Verbrauchernachfrage nach Fintech-Lösungen und Digital-Banking steigt und Rumänien ist bereit für seine Fintech-Revolution. Damit würde es seinen Nachbarländern Polen, Tschechien und Österreich folgen.

Rumänische Bankgebühren gehören zu den höchsten in der Region. Dies erhöht die Attraktivität von Fintech- und Digital-First-Banken. "Rumänien ist aufgrund der grundlegenden Diskrepanzen zwischen den alten Banksystemen und den Fintech-Technologien, die sich in rasantem Tempo entwickeln und angenommen werden, bereit für eine Fintech-Revolution", erklärte Dea Wilson, der rumänische Gründer von Lifograph. "[...] das Cryptowährungsfieber hat Rumänien erreicht und immer mehr Rumänen nutzen zu digitale Wallets".

Rumäniens Bedingungen sind günstig für einen Fintech-Boom. Es hat einen relativ großen Binnenmarkt und die zweitgrößte Bevölkerung der Region. Auch der Technologiesektor ist bereit, mit einem großen Pool von IT-Spezialisten und dem schnellsten Breitband-Internet in Europa. Darüber hinaus unterstützt die rumänische Regierung inländische Unternehmen und ausländische Investoren durch staatliche Beihilferegelungen, Steueranreize, Abzüge (bis zu 150%) für Investitionen in Forschung und Entwicklung und niedrige Körperschaftsteuer.

FinTech-Unternehmen, die Technologielösungen für Banken bereitstellen, sind in Rumänien besonders gefragt, wie der ‚Fintech im CEE‘-Bericht zeigt. Die gefragtesten Lösungen waren Frameworks, die eine agile Entwicklung bei Themen wie Kundenerfahrung in allen Kanälen, die Reduktion von Aufwand bei regulatorisch vorgeschriebenen Berichten oder sämtlichen Formen von Cloud-Services ermöglichten.

Regulatorische Änderungen, die Öffnung des Zugangs zu Banksystemen (z. B. PSD2) und der Popularitätszuwachs im E-Commerce werden FinTech-Anbietern im Online- und Mobile-Banking helfen, eine bedeutende Rolle in der rumänischen Finanzlandschaft zu übernehmen.

Lokale Banken haben Digitalisierungsprogramme gestartet. Im Jahr 2010 hat die Banca Trsilvania Finastra's (früher Misys) FusionBanking Essence Online und Mobile integriert, wodurch ihr Marktanteil in nur vier Jahren von 5% auf fast 9% gestiegen ist. Die Bank integrierte auch Social Media in ihr digitales Banking mit einzigartigen Dienstleistungen, wie z.B. Facebook-Übertragungen.

Die Analyse von Deloitte schätzt den Wert des rumänischen Fintech-Marktes im Jahr 2016 auf 119 Millionen USD, hinter Polen mit 856 Millionen USD, Österreich mit 588 Millionen USD und Tschechien mit 190 Millionen USD.

Kontaktloses Bezahlen während Corona

Auch die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman sieht COVID-19 als Katalysator für bargeldloses Zahlen. So könnte der Umsatz der Barzahlungen im Jahr 2025 bei etwa nur mehr 32 Prozent liegen. Denn die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen könnten einen gewissen Umgewöhnungseffekt der Bezahlmethoden mit sich bringen. Schon jetzt sprechen Händler von einem Anstieg von 65 Prozent wenn es um kontaktlose Bezahlung geht.  In den letzten Wochen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt. Dies gab die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur bekannt. Im Dezember 2019 betrug der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards nur  35 Prozent.