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2018 plant Alibaba mit einer Mobile-Payment-Plattform in den japanischen Markt einzusteigen

Der Artikel in Kürze

Chinas eCommerce-Gigant Alibaba Group Holding schaut sich über die Grenzen Chinas hinweg um.

Alibaba ist überzeugt, dass die Einfachheit der Smartphone-basierten Payment-Plattform, die im Frühjahr nächsten Jahres in Japan eingeführt werden soll, Bargeld-affine Konsumenten dazu bewegt zu digital zu switchen. Obwohl Japan eine der Technologie-versierten Nationen ist, ist sie weiterhin stark auf Bargeldzahlungen angewiesen.

Anpassung an Japan

Alibabas Finanzgesellschaft in Japan, Ant Financial Services, wird eine auf Japan angepasste Version des digitalen Alipay Payment-System unter einer neuen Marke einführen. Das System, basierend auf OR Codes, wird Kunden ermöglichen Geld zu laden bzw. eine Verbindung zwischen einem Bankkonto und der App herzustellen.
Mit der App können auch Zahlungen in China getätigt werden. Dies ist ein wesentliches Feature, wenn man bedenkt, dass jedes Jahr ca. 2,5 Millionen japanische Geschäftsleute und Touristen das Land bereisen.

Bestehendes Allpay-Netzwerk wird genutzt

Die Expansion wird auf dem bereits bestehenden Netzwerk von 30.000 japanischen Unternehmen (z.B.  Elektronikgeschäfte, Kaufhäuser und Lawson Convenience Stores) basieren, die bereits Alipay akzeptieren. Dieses bestehende Netzwerk wurde ursprünglich für die chinesischen Touristen in Japan aufgebaut. In Vorbereitung auf die Einführung der japanischen App arbeitet Alibaba daran das bestehende Netzwerk bis Ende des Jahres auf 50.000 Unternehmen zu erweitern. Der nächste Schritt wird sein Lifestyle-Features anzubieten, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Entertainment Industrie, unter anderem mit Kinos.

Großes Wachstumspotenzial

Einer chinesischen Studie zufolge liegt der Wert des chinesischen Mobile-Payment-Markts dieses Jahr bei 2,24 Billionen US Dollar. Dem Nomura Research Institute zufolge liegt der japanische Markt dagegen nur bei 50,6 Milliarden US Dollar, dementsprechend ist das Wachstumspotential gross.
Alibaba rechnet in den ersten drei Jahren mit 10 Millionen neuen Kunden.

Quelle:

Nikkei Asian Review
The Paypers

Kontaktloses Bezahlen während Corona

Auch die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman sieht COVID-19 als Katalysator für bargeldloses Zahlen. So könnte der Umsatz der Barzahlungen im Jahr 2025 bei etwa nur mehr 32 Prozent liegen. Denn die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen könnten einen gewissen Umgewöhnungseffekt der Bezahlmethoden mit sich bringen. Schon jetzt sprechen Händler von einem Anstieg von 65 Prozent wenn es um kontaktlose Bezahlung geht.  In den letzten Wochen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt. Dies gab die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur bekannt. Im Dezember 2019 betrug der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards nur  35 Prozent.