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Wie wird sich der Bitcoin entwickeln? Welche Kryptowährungen haben außerdem Potenzial?

Interview mit Gero Weber, Investor und Experte für Kryptowährungen.

Wie bist du auf Bitcoin aufmerksam geworden?

GW: Das erste Mal bin ich über ein Internetforum auf Bitcoin aufmerksam geworden. Darin wurde über die Vorteile einer alternativen digitalen Währung diskutiert, um nach dem Schrecken der Finanzkrise ein von zentralen Institutionen unabhängiges Bezahlsystem zu etablieren. Damals war ich vom Grundkonzept einer fälschungssicheren, globalen Währung begeistert.

Wer steckt hinter Bitcoin?

GW: Bitcoin ist eine digitale Währung, die global und dezentral organisiert ist. Dahinter steckt eine Technik namens Blockchain - also Einträge auf einer Liste von Wertübertragungen. Diese Einträge werden in Blöcken zusammengefasst und diese Blöcke an eine Kette gehängt. Daher kommt der Name. Die Einträge werden über ein kryptografisches Verfahren abgesichert, um sicherzustellen, dass die Einträge auch rechtmäßig geschehen können.

Worin liegt der Unterschied zu Euro, Dollar und Co?

GW: Euro und Dollar sind wie alle anderen FIAT-Währungen an eine zentrale Einrichtung gebunden.  Diese bestimmt, wie viele Euros oder Dollar im Umlauf sind. Denn hier liegt der große Unterschied zwischen Bitcoin und herkömmlichen Währungen. Die maximale Anzahl der jemals möglichen Bitcoins ist technisch begrenzt. Eine geregelte Inflation durch neue Bitcoins ist deshalb nach dem letzten Coin nicht mehr möglich.

Wie sieht der technische Hintergrund von Bitcoin aus?

GW: Technisch ist Bitcoin über ein globales Netzwerk von sogenannten „Minern“ gesichert. Ein Miner stellt mit seinem Computer die Rechenpower für die kryptographischen Berechnungen bereit. Die Berechnungen sind hochkompliziert und verlangen einiges an Strom. Unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes ist das ein berechtigter Kritikpunkt an Bitcoin.

Hat dich der Anstieg von Bitcoin überrascht?

GW: Es gab in der Vergangenheit schon viele massive Anstiege. Der letzte große Anstieg Ende 2017 hat mich nicht im Geringsten überrascht. Die Blase, von der viel gesprochen wurde, sehe ich bislang nicht. Dafür ist einfach noch zu viel Kapital noch nicht in Bitcoin und die anderen Kryptowährungen geflossen.

Wie kaufe und verkaufe ich Bitcoins oder Kryptowährungen im Allgemeinen?

GW: Für den Kauf von Kryptowährungen, wie zum Beispiel Bitcoin, gibt es verschiedene Marktplätze. Derzeit ist der Ansturm allerdings derart groß, dass die Registrierung und Legitimation recht lange dauert. Um Geldwäsche zu vermeiden, ist die Anmeldung bei solchen Portalen mit einer Identifikation verbunden. Ohne eine Bestätigung der Identität lässt sich lediglich von einer Kryptowährung in eine andere tauschen. Der Einkauf mit Euros ist deutlich kontrollierter.

Hast du keine Angst vor Risiken? Wie sicher sind diese "Münzen"?

GW: Ohne Vorsicht bei Bitcoin & Co läuft man schnell Gefahr, seine Bestände ein für alle Mal zu verlieren. Auch wenn die Sicherheit der Technik von Kryptowährungen extrem hoch ist. In der Vergangenheit ist es schon mehrfach zu Hackerangriffen auf Handelsplätze und Privatrechner gekommen, bei denen Unsummen entwendet wurden. Auch die fehlende Regulierung lässt derzeit noch einiges an Manipulation der Wechselkurse zu. Doch ich bin zuversichtlich. Mit etwas Vorsicht und Verständnis für Sicherheitsvorkehrungen lässt sich das Kryptovermögen schon heute sehr gut schützen.

Was kann ich mit Bitcoin kaufen?

GW: Der Kaufprozess mit Bitcoin selbst ist derzeit noch in den Kinderschuhen. Einige große Firmen, die als Pioniere in dem Feld schon vor einiger Zeit die Bezahlung mit Bitcoins zuließen, haben dies sogar zum Teil wieder eingestellt. Der Grund hierfür ist die auf der einen Seite die hohe Volatilität der Währung und auf der anderen Seite die unausgereifte Technik. Auch steuerlich ist es wegen des hohen Wertzuwachses und temporären Preisstürzen derzeit noch eine Herausforderung, mit Bitcoin zu bezahlen. Hier darf man allerdings nicht vergessen, dass Bitcoin und seine alternativen Währungen immer noch am Anfang stehen. Mit der Zeit werden sich eine gewisse Preisstabilität und damit dann auch handhabbare Bezahlprozesse etablieren können. Sogar die Bankenwelt selbst treibt mit Ripple oder dem Utility Settlement Coin der UBS ihre eigenen Projekte in der Kryptowelt voran. Ich sehe in Kryptowährungen die Zukunft der digitalen Bezahlens.

Wie versteuere ich Bitcoin?

GW: Zu Steuerthemen kann ich leider nicht konkret beraten. Da ich kein Steuerberater bin, würde ich mich unter Umständen haftbar machen. Dennoch sei an dieser Stelle gesagt, dass jeder, der mit dem Gedanken spielt in Kryptowährungen zu investieren, sich detailliert mit dem Thema Steuer auseinandersetzen muss. Auf der einen Seite geht es hier um die Prozesse beim Kauf, auf der anderen Seite geht es um die präzise Dokumentation und Meldung der einzelnen Verkäufe. Auch den Tausch von einer in eine andere Kryptowährung darf man in diesem Kontext nicht einfach unüberlegt abtun. Eine Beratung bei einem über die Thematik informierten Steuerberater ist hier schon vor dem Kauf oder Tausch hilfreich. Zur Dokumentation der Käufe mit allen relevanten Informationen kann man Tabellen führen oder dedizierte Online-Tools nutzen.

Wie sieht die Zukunft des Bitcoins aus?

GW: Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Ich lag in der Vergangenheit zwar stets richtig, allerdings ist es ein Trugschluss, wenn man denkt, man könnte die Zukunft vorhersehen. Ich persönlich sehe in kryptographischen Währungssystemen die Zukunft und glaube 2018 wird das Jahr, das alle vergangenen Anstiege noch einmal in den Schatten stellt. Hierfür sehe ich verschiedene Gründe. Der Kapitalfluss in Kryptowährungen ist durch der mit anderen Märkten vergleichsweise niedrige Kapitalisierung die nächste Zeit gewährleistet. Die Regulierungsversuche, wie in China oder Korea, beschränken sich vor allem auf neue Währungen oder den Handel. Als Wertträger oder funktionierendes Zahlungsmittel ist der Bitcoin zum Teil bereits anerkannt und zugelassen und die Durchsetzung eines vollständigen Verbots eher zweifelhaft. Falls die Finanzwirtschaft, die wieder bedenkliche Züge angenommen hat, erneut in eine Krise fällt, wird der Vorteil von Bitcoin und Co. abseits des aktuellen Hypes seine Vorteile sofort ausspielen können.

Welche Kryptowährung hat Potenzial? Welche Kryptowährungen setzen sich durch?

GW: Die Suche nach den schlafenden Diamanten, die demnächst die großen Gewinne einfahren, ist mittlerweile in der Szene fast zu einem Sport geworden. Hier muss man zwei Systeme unterscheiden: Auf der einen Seite gibt es Coins, also die klassischen Kryptowährungen und auf der anderen Seite Tokens, die als projektorientierte Währungen auf die Infrastruktur einer anderen Blockchain aufgesetzt werden. Coins dagegen haben eigene Blockchains und sind von anderen Infrastrukturen unabhängig. Coins und Kryptowährungen werden als Synonym verwendet und meinen das Gleiche. Beispiele für Coins sind etwa Bitcoin und Ethereum. Entwickler eines speziellen Tokens können sich dafür entscheiden, den Token auf einer Tauschbörse anzubieten. Nach dem ICO (Initial Coin Offering), also der initialen Vergabe der Tokens an die Öffentlichkeit bei Projektstart, kann dann mit den Tokens auf entsprechenden Handelsplätzen gehandelt werden. Ein Beispiel wäre unter anderem Indahash.

Da Unternehmen relativ einfach Tokens auf eine Plattform wie Ethereum aufsetzen können, ist die Zahl der möglichen Kandidaten um die Krone der Kryptowelt enorm gestiegen. Bitcoin führt seit Anbeginn das Feld ungeschlagen an, doch die Konkurrenz schläft nicht und hat mittlerweile einen beachtlichen Teil des gesamten Kapitals an sich gerissen. Eine vollständige Analyse würde hier zu weit führen, aber die großen Giganten wie Bitcoin und Ethereum werden in diesem Jahr sicherlich mächtige Gewinne verzeichnen. Daneben halte ich Projekte mit guten Ideen und einem fähigen Team wie IOTA, NEO, Monero für sehr vielversprechend. Im Team der jungen Projekte, die gerade versuchen sich im Krypto-Markt zu etablieren, halte ich Indahash, Agrello, SophiaTx und High Performance Blockchain für sehr vielversprechend.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

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2016-09-05