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Kryptowährungen - die Zukunft?

Digitales Geld – auch genannt Kryptowährung – ist in der Offline-Welt angekommen. In Deutschland steigt die Handelsakzeptanz von digitalem Geld stetig. Japan erkennt seit April Onlinewährungen offiziell als Zahlungsmittel an. In der „Bitcoin-Stadt“ Arnheim in den Niederlanden wird die alternative Währung sogar schon in den meisten Geschäften verwendet. Doch woher stammt diese Erfindung und was hat das für das Zahlungsgeschäft der Zukunft zu bedeuten?

Entstehung durch Vorreiter Bitcoin

Die Kryptowährung Bitcoin ist eine der spannendsten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre. Im Jahr 1998 kam zum ersten Mal der Grundgedanke einer digitalen Währung auf. Der Informatiker Wei Dai formulierte das Konzept und machte es über die Cyberpunk Mailingliste publik. Aufgegriffen wurde die Idee von Satoshi Nakamato – bis heute ist nicht geklärt, ob es sich hier um eine Person oder eine Gruppe handelt. 2008 wurde das Werk „Peer-to-Peer Electronic Cash System“ (P2P) über ein Bezahlsystem veröffentlicht. Entstanden war das auf Kryptographie basierende Bitcoin-Protokoll. Anfang 2009 wurde die Währung Bitcoin schließlich offiziell eingeführt. Der Kurs schwankt seitdem – doch Anfang März 2016 erreichte die Kryptowährung Bitcoin einen neuen Rekordwert und war mehr wert als eine Feinunze Gold. Bitcoin hat einen Marktanteil von über 40 Prozent und ist so mit Abstand Marktführer.

Besonderheiten von Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen

Bitcoin gilt als das Urgestein der Kryptowährungen und viele anderen Kryptowährungen agieren ähnlich (siehe unten). Das System funktioniert von Person zu Person, ohne dass eine Bank o.ä. zwischengeschaltet wird. Die Währung ist also nicht ländergebunden und alle Transaktionen werden in einer dezentralen Datenbank festgehalten. Dieses System ist sehr typisch für Kryptowährungen. Die Anzahl der Währungseinheiten ist meist auf eine bestimmte Menge vorbestimmt und es werden keine weiteren generiert. Bei Bitcoin liegt das Limit bei 21 Millionen. Zudem kann die Währung nicht unendlich kopiert werden und gilt somit als inflationsgeschützt.

Bitcoin

Wie entstehen Kryptowährungen?

Im Gegensatz zu üblichem bekannten Bargeld, können Kryptowährungen nicht gedruckt werden. Sie müssen also anderweitig entstehen. Im Fall von Bitcoin und den meisten anderen digitalen Währungen wird nach den Einheiten gesucht respektive geschürft. Dies nennt man „Mining“. Hierbei müssen kryptographische Aufgaben gelöst werden und das System belohnt richtige Ergebnisse mit Bitcoins. Mittlerweile sind diese Aufgaben extrem schwer und Nutzer können Pools bilden, um schneller ans Ziel zu kommen. Da das Gebiet rechtlich noch nicht vollständig erschlossen ist, wird dabei teils noch in Grauzonen agiert. Beispielsweise wird die Mining-Funktion in kostenlosen Apps für Tablets und Smartphones versteckt. Neuere Kryptowährungen haben das System allerdings so überarbeitet, dass jeder eine Chance hat und nicht nur die Rechnerleistung zählt. Im besten Fall soll die Vergabe der Einheiten nach dem Zufallsprinzip erfolgen.

Gefahr von Kryptowährungen

Der Wert einer einzelnen Einheit ergibt sich nur aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. In der Vergangenheit hatte das den Vorteil, dass durch die große Nachfrage Bitcoins stark an Wert gewonnen haben. Jedoch handelt es sich noch um einen überschaubaren Markt. Das heißt, genauso schnell wie die Währung an Wert gewinnt, kann sie auch wieder sinken. Das stellt eine stetige Gefahr dar: Der Markt ist noch sehr schwankend und unberechenbar. Zweistellige Kursveränderungen innerhalb nur weniger Tage sind keine Seltenheit. Zudem sind Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, teilweise zu einem Objekt für Spekulanten und Kriminelle verkommen.

Vielfalt an Kryptowährungen

Bitcoin längst nicht die einzige Kryptowährung. Mittlerweile existieren mehr als 700 verschiedene Kryptowährungen im Netz. Teils mit ähnlicher Struktur, teils mit anderen Ansätzen. Wir haben die bekanntesten für Sie aufgelistet.

Ethereum

Ethereum ist die international nach Bitcoin zweiterfolgreichste und zweithäufigst-genutzte Kryptowährung. Genau gesagt handelt es sich bei Ethereum nicht um eine Kryptowährung, sondern um eine Plattform zur Abwicklung von Smart Contracts, sprich Computerprotokolle, die Verträge abbilden. Allerdings beinhaltet Ethereum auch eine Kryptowährung namens Ether. Der Marktanteil liegt bei etwa 27 Prozent. Beim Markteinstieg war Ether sogar um einiges teurer als Bitcoin und kostete 8,40€. Momentan liegt der Wert bei ca. 200€. Ethereum basiert, wie auch Bitcoin, auf der Blockchain-Technologie.

Ripple

Ripple rangiert auf Platz 3 der größten Kryptowährungen. Ripple kombiniert Handelsplatz und Zahlungsnetzwerk. Das währungsneutrale Netzwerk verfügt über eine eigene Kryptowährung, die unter dem Kürzel XRP auftritt. Das Konzept von Ripple besteht aus der Verifizierung von Schuldscheinen. Innerhalb des Netzwerkes sind Kontostände und Schuldner-Gläubiger-Verhältnisse für jeden einsehbar. Durch dieses Vorgehen wird sichergestellt, dass Geld, das bei einer Bank liegt, auch wieder ausbezahlt werden kann. Im Gegensatz zu Bitcoin ist die „Erzeugung“ von Ripple-Währung per Mining nicht möglich. Geld kann nur von Ripple Labs selbst in Umlauf gebracht werden. Auch diese Währung ist mengenmäßig beschränkt. Das Limit wurde auf 100 Milliarden festgelegt. 99 wurden bereits generiert und 55 an die Nutzer verteilt. Im Grund handelt es sich bei den Ripple Labs um eine digitale Bank. Die Kontrolle liegt nur beim Unternehmen, nicht bei den Nutzern. Der Wert von Ripple liegt momentan bei 0,20€ und ist damit im Vergleich zu Bitcoin und Ether sehr gering.

Litecoin

Das Open-Source-Projekt Litecoin ähnelt stark der Bitcoin-Währung. Zudem ist die Entwicklung zum Eurowert ähnlich. Allerdings nicht so schnell wie bei Bitcoin. Zum Start, Anfang 2016, kostete eine Einheit Litecoin etwa 3€. Mittlerweile liegt der Wert bei 41. Die Erzeugung neuer Litecoins geschieht über das oben erwähnte Mining. Die Währung kann gegen Bitcoins, oder auch jede andere „normale“ Währung eingetauscht werden. Litecoin wird wie Bitcoin dezentral über ein P2P-Netzwerk verwaltet. Im Unterschied zu dem Branchen-Primus werden Litecoin-Blockchain alle 2,5 Minuten neue Blöcke erstellt – anstatt alle 10 Minuten. Zudem wirddas System „Scrypt“ verwendet. So wollen die Macher verhindern, dass es zu einer zu starken Zentralisierung des Minings kommt.

Weitere oft genutzte Kryptowährungen sind unter anderem Dash, Monero, NEM, Zcash und Factom.

Was bringt die Zukunft?

Experten sind der Meinung Bitcoin & Co haben keine Chancen auf eine Verbreitung als echte Währungsalternativen solange Spekulanten und Kriminelle nicht ferngehalten werden können. Dafür würde es eine zentrale Instanz zur Regulierung benötigen. Aber gerade das soll es ja bei Blockchain-Währungen nicht geben. Auf Dauer werden Kryptowährungs-Anbieter aufgrund der genannten Gründe wie Spekulanten, Kriminelle etc. Schwierigkeiten bekommen. Die Blockchain-Technologie jedoch könnte die gesamte Branche noch weiter revolutionieren. Manche Länder überlegen sogar schon, Grundbücher so zu organisieren. Die Deutsche Börse und Bundesbank erforschen momentan, wie Blockchains auch im Wertpapierhandel eingesetzt werden können. Ähnlich ist es an der Wall Street. Vielleicht kann so in Zukunft das Bezahlen revolutioniert werden.

Quellen:

Euro CIS – Cryptocurrencies
Internet World – Business
Kreditkarte.net – Digital currencies
t3n digital pioneers - Bitcoin
Welt N24 – Opinion Bitcoin

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