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Mobile- und E-Payment im Fußball

Mobile - und E-Payment in Fußballstadien befindet sich in Deutschland zwischen Aufbruch und Zurückhaltung. Das erste bargeldlose Zahlungssystem in einem deutschen Fußballstadion führte der FC Schalke 04 bereits 2001 ein. 16 Jahre ist dies nun her, aber das bargeldlose Zahlen in Stadien ist immer noch keine Selbstverständlichkeit. Doch gerade in Momenten wie der Halbzeitpause wäre diese Methode perfekt. Große Menschenmengen wollen in einem engen Zeitfenster Geld für beispielsweise eine Bratwurst und Bier ausgeben. Diese Rahmenbedingen sind durch die Vorteile eines bargeldlosen Zahlungssystems, wie beispielsweise die schnelle Abwicklung am Tresen, die optimierten Buchhaltungsprozesse oder dem Entfall der Bargeld-Logistik perfekt zu bewältigen. Bargeldlose Zahlsysteme sowie weitere RFID-Technologien (z.B. Ticketing, Akkreditierung, Zutrittskontrolle, Registrierungssysteme etc.) werden immer essentieller in Fußballstadien. Allerdings sträubt sich manch einer noch gegen diese Innovation, die im Grunde schon lange existiert.

Proximity Mobile Payment

Einer der zwei großen Teilbereiche im Mobile Payment ist das „Proximity Mobile Payment“. Bei „Proximity Mobile Payments“ findet der Bezahlvorgang über ein mobiles Gerät an einem stationären POS statt. Hierfür werden entweder Kredit- oder Debitkarten mit integrierter NFC-Funktionalität eingesetzt oder Kartenzahlungen über ein Smartphone oder Tablet abgewickelt, auch mPOS genannt. Beim mPOS wird ein Kartenlesegerät mit dem Smartphone oder Tablet verbunden und die Karte über das Lesegerät ausgelesen. Dies erfolgt über die NFC-Technik. NFC bedeutet „Near Field Communication“, also praktisch: Kommunikation zwischen zwei Elementen, die nah bei einander liegen. Die beiden Geräte müssen in einem Abstand von wenigen Zentimetern gehalten werden. NFC ist extrem abhörsicher. Hierin liegt auch der Vorteil zu anderen Datenübertragungssystemen wie beispielsweise Bluetooth. Nachdem die Transaktion abgeschlossen ist, erhalten die Kunden die Rechnung gedruckt oder per E-Mail zugesandt.

Mehr als zwei Drittel der großen Clubs benutzen eine Karten- statt Bargeldzahlung. Trotzdem ist die Bundesliga weit von der flächendeckenden Möglichkeit des digitalen Bezahlens und erst recht einer ligaweiten einheitlichen Lösung entfernt. Während hier noch von Karten die Rede ist, sind auf anderer Ebene schon biometrische Autorisierungsmethoden angesagt. Unterdessen hat sich die Stadion-Branche in zwei Systeme gespalten.

Fußballstadion

Das offene System

Offene Systeme sind nicht auf ein Stadion beschränkt. Im Normalfall handelt es sich um Karten mit verschiedenen Funktionen, wie sie die örtlichen Sparkassen herausgeben. Die Club-Auflagen unterscheiden sich hauptsächlich nur durch das Oberflächen-Design von den Standard-Karten der Banken. Das beliebteste offene System in deutschen Fußballstadien wird mit der „Geldkarte“ bzw. dem Nachfolger „girogo“ praktiziert. Unter anderem benutzen Bayer 04 Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1. FC Köln, 1. FSV Mainz 05, FC Ingolstadt 04 und SV Werder Bremen girogo. Girogo ist eine Funktion auf der Girocard, die im Jahr 2012 von der deutschen Kreditwirtschaft eingeführt wurde. So wird das kontaktlose Bezahlen an sogenannten Bezahlterminals und NFC-fähigen Smartphones ermöglicht. Im Unterschied zu den stadioneigenen Bezahlkarten können Karten, die die Giro-Funktion haben, überall genutzt werden. Durch ein offenes System kann der Kunde seine Karte im Stadion und im Alltag an allen Geldkarten- und girogo-Akzeptanzstellen deutschlandweit benutzen. Zudem haben Auswärts-Fans nicht das Problem, sich für beispielsweise ein Getränk extra eine neue Karte kaufen zu müssen. Nachteilig ist, dass man durch ein offenes System auf die Datenverbindung zum Rechenzentrum der Sparkasse angewiesen ist. Zudem besteht eine starke Abhängigkeit zum Bank-Partner, sowohl technisch als auch finanziell. Die Refinanzierung ist hauptsächlich durch Sponsoren möglich.

Das geschlossene System

Karten in geschlossenen Systemen können nur in einem Stadion verwendet werden. Prominente Beispiele von Vereinen, die ein geschlossenes System nutzen, sind der FC Schalke 04 mit der „Knappenkarte“ oder der FC Bayern München mit der „ArenaCard“. Der Vorteil hierbei ist, dass der Club die komplette Regie in Bezug auf die Entwicklung übernehmen kann. So ist es möglich, das System perfekt an die internen Gegebenheiten anzupassen und beliebig zu erweitern. Weiter läuft der Zahlungsverkehr autark, solang eine WLAN-Konnektivität gegeben ist. Zudem haben Karten aus geschlossenen Systemen oft einen Sammlerwert für den Kunden. So gibt der FC Schalke 04 seine Knappenkarte bei Sonder-Events in einem entsprechenden Design heraus. Doch auch ein geschlossenes System birgt Nachteile. Kunden können die Karte nur in einem Stadion verwenden, sonst ist sie nutzlos. Gerade für Auswärtsfans ist ein geschlossenes System daher eher suboptimal. Oft bleibt nach einem Kauf der sogenannte „Schlummergroschen“ über. Sprich Geld, das übergeblieben ist und nun nicht mehr ausgegeben werden kann. Gerade das Umtauschen der Karte, um wieder an Bargeld zu kommen, wird hinterfragt. So hat der FC Bayern München im Jahr 2010 rund 2,4 Millionen Euro Erträge durch verfallene Bezahlkartenguthaben ausgewiesen. Seitdem werden vom Verein keine Angaben mehr dazu gemacht. Außerdem wird für die Rückerstattung der Bezahlkartenguthaben per Post und Überweisung eine recht hohe Gebühr verlangt. Im Falle Frankfurt prüft die Verbraucherzentrale Hessen sogar rechtliche Schritte. Die Vorwürfe sind unter anderem: Wenig Personal und Rückgabestellen, zu lange Wartezeiten sowie die eben erwähnte Gebühr für die Rücküberweisung des Kartenguthaben.

Remote Mobile Payment

Der andere Teilbereich des Mobile Payment ist das „Remote Mobile Payment“. Bei den „Remote Mobile Payments“ wird die Transaktion über ein Smartphone oder Tablet im Internet ausgelöst. Erfolgt die Abrechnung über einen Telekommunikationsanbieter, wird dies SMS Billing genannt. Für den Kunden ist diese Technologie leicht und schnell zu benutzen. Zudem muss der Kunde kein Bank- oder Onlinekonto besitzen und ist dementsprechend auch nicht gezwungen, persönliche Daten preiszugeben. Das führt zu einer erhöhten Sicherheit. Auch für Anbieter bietet das SMS Billing Vorteile. Beinahe jeder besitzt ein Smartphone/Handy mit SMS-Funktion. So erschließt sich ein riesiger potentieller Markt. Außerdem lässt sich der Service kostengünstig einrichten und durch SMS Marketing entstehen neue Wege Kunden zu binden.
Wird bei einer Transaktion das Smartphone oder mobile Gerät mit dem Internet verbunden und der Bezahlvorgang mit einer Abrechnung über ein Bankkonto oder einer Kreditkarte abgeschlossen, geschieht dies über ein „Wireless Application Protocol“ (WAP). Diese Art des Mobile Payments wird auch als M-Commerce bezeichnet. Das können zum Beispiel Bestellungen über das Handy bei Zalando sein oder eine Taxi-Bestellung über die Uber-App.

Fußballfeld

Was präferieren die Fans?

Eine Umfrage hat ergeben, dass 69 % der Fußballfans sich für ein offenes System entscheiden würden, wenn sie es sich aussuchen könnten. Zudem empfinden laut der EURO Kartensysteme GmbH 44% der Befragten es al unsinnig, eine Karte zu erwerben, aufzuladen und nach dem Spiel wieder abzugeben. Ein weiterer Aspekt ist der Zeitaufwand. 36% der Befragten dauert das Leihen und Zurückgeben zu lange. Gerade die Gäste würden bei einem offenen System profitieren, da das verbleibende Guthaben auf der Karte einfach an einem beliebigen anderen Spiel ausgegeben werden kann.

Wie oben angeführt, bietet das kontaktlose Bezahlen, ob offenes oder geschlossenes System, eine Menge Vorteile für die Fußballstadien. Doch was genau sind wichtigsten Vorteile für die Vereine und deren Caterer?

Vorteile für die Vereine und ihre Caterer

Einkäufe bis zu 25 Euro können kontaktlos bezahlt werden. So werden Kleingeldberge vermieden und zudem die Kosten für Bargeld-Handling gesenkt. Des Weiteren hat das kontaktlose Bezahlen positive Auswirkungen auf die Stadien-Caterer. Durch das Wegfallen des Bargeldes werden zum einen die Bezahlabläufe optimiert und der Caterer kann in den kleinen Zeitfenstern vor dem Spiel, in der Halbzeitpause und nach dem Spiel mehr als doppelt so viele Fans bedienen, zum anderen werden Kosten für teure Kassensysteme gespart. Dies hat eine deutliche Umsatzsteigerung zur Folge. Weiter bestehen bessere Auswertungsmöglichkeiten beispielsweise in Bezug auf den Durschnittsbon und den Tagesumsatz. Durch das kontaktlose System wird die Zahlung außerdem hygienischer, da Fans ihre Karte im Vergleich zu Bargeld nicht aus der Hand geben müssen.

Inwiefern wird das Stadionerlebnis für die Fans positiv beeinflusst?

Vorteile für die Fans

Natürlich gilt auch für die Fans das Argument der Kleingeldberg-Vermeidung und der besseren Hygiene. Allerdings gibt es noch weitere Vorteile. So kann ein Kartenchip nicht nur Geld-Guthaben beinhalten, sondern auch Daten zum Mitgliedausweises, der Dauerkarte und der elektronischen Eintrittskarte speichern. Für den Kunden ist das praktisch und er behält stets den Überblick. Gerade ein offenes System ist Fan-freundlich, da Fans nicht extra eine Stadionkarte als Pfandkarte kaufen müssen, sondern einfach den Prepaid-Chip auf ihrer girocard oder Kundenkarte von Banken und Sparkassen nutzen können. Weiter besteht kein Restguthaben auf der Karte, da Fans (bei einem offenen System) auch außerhalb des Stadions bezahlen können. Deutschlandweit gibt es ca. 420 000 Geldkarten- und mehr als 19 000 girogo-Akzeptanzstellen. Zudem bietet das kontaktlose Zahlen eine hohe Sicherheit, da der Kunde keine persönlichen Bankdaten preisgeben muss.

Stadion

Mobile Wallets im Fußball

Der 1. FC Kaiserslautern benutzt als Zahlungsmittel im Stadion die NFC Wallet App „tap-it“. Tap-it ist ein digitales Portemonnaie, das auch die justpay-Karte beinhalten kann, mit der bis Anfang des Jahres im Fritz-Walter-Stadion gezahlt wurde. Der Vorteil der tap-it App ist, dass Kunden die App auch offline benutzen können. Zudem können auf der App auch Rabattmarken und Coupons aufbewahrt werden. Und es ist möglich alle Transaktionen auf einen Blick angezeigt zu bekommen. So hat der Kunde einen guten Überblick und spart sich eine Menge Plastikkarten. Mobile Wallets im Fußball scheinen grundsätzlich vielversprechend. Allerdings gab es hier erst kürzlich einen Rückschlag für die Payment Branche. So hat „Payment Solution“, der Verwalter des Bezahlsystems „justpay“, Insolvenz angemeldet. Hiervon sind neben dem 1. FC Kaiserslautern die Vereine Hertha BSC Berlin, Eintracht Frankfurt und Dynamo Dresden betroffen. Wie es nun weitergeht ist ungewiss. Der 1. FC Kaiserslautern hat angekündigt demnächst ein neues Zahlungssystem zu präsentieren.

Finden Sie hier weiter Informationen zu E-Wallets.

Die Entwicklung bringt auch tiefer liegende Technologieveränderungen für die Umwelt mit sich. Wie kompatibel sind die kontaktlosen Systeme? Mobile Payment mit dem Smartphone, Apps und Wallet-Lösungen müssen also auch im Alltag akzeptiert werden, um auch so Eingang in die Stadien zu finden.


Quellen:

https://www.it-finanzmagazin.de/bargeld-und-girogo-sind-die-aufsteiger-der-bundesliga-36626/
https://www.stadionwelt-business.de
http://www.stadionwelt.de
http://www.br.de/themen/sport/inhalt/fussball/bezahl-karten-system-stadien-fc-bayern-allianz-arena-100.html

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