PaylobbyGuides › Kriterien bei der PSP-Auswahl

Payment Service Provider - die 5 wichtigsten Kriterien

Der Wettbewerb im Online-Handel nimmt weiter zu. Neben einem attraktiven Produktangebot gewinnen die im Web-Shop angebotenen Bezahlsysteme an Bedeutung. Diese erhöhen den Wettbewerbsvorteil und die Conversion Rates, wenn sie richtig eingesetzt werden. Kriterien wie die Akzeptanz von Bezahlmethoden, Transaktionskosten, technische Integration oder die Minimierung von Zahlungsausfällen müssen gut gegeneinander abgewogen werden.

Payment Service Provider (PSPs) bieten Abhilfe. Sie bündeln die unterschiedlichen Bezahlmethoden, erfüllen notwendige Auflagen wie beispielsweise die PCI Zertifizierung und sorgen für eine reibungslose Abwicklung im Zahlungsverkehr. Inzwischen gibt es weltweit über 900 PSPs. Um die richtige Wahl für die individuellen Shop-Anforderungen zu finden, sollten die im Folgenden dargestellten Kriterien berücksichtigt werden.

1. Vielfalt der Bezahlverfahren und PSPs

Der Payment Service Provider sollte alle vom Kunden gewünschten Bezahlmethoden abdecken können. In deutschsprachigen Ländern sind die Bezahlung per Rechnung, per PayPal, Kreditkartenzahlung über MasterCard und VISA,  sowie Zahlungen per Banküberweisung und über das Lastschriftverfahren verbreitet. Je nach Branche und angesprochener Zielgruppe können auch Prepaid Karten wie paysafecard, E-Wallets wie Skrill, Debitkarten oder Mobile Payment Methoden wie mpass eine Rolle spielen.

Abwicklung internationaler Zahlungen

Unternehmen, die international tätig sind oder planen, ihr Angebot international auszuweiten, sollten bei der Auswahl eines Payment Service Providers auf die genutzten Bezahlverfahren in den jeweiligen Ländern achten. Eine Studie der Europäischen Kommission weist darauf hin, dass 60 Prozent der grenzüberschreitenden E-Commerce-Transaktionen nicht getätigt werden können, weil im Bezahlvorgang nicht die passenden Bezahlmethoden angeboten werden. Ein Beispiel hierfür sind die Niederlande. 80 Prozent aller Einwohner in den Niederlanden bezahlen über Ideal. Hat ein Händler die Bezahlmethode nicht in seinem Payment-Mix, vergibt er sich einen Teil der Umsätze. Insbesondere für die Planung bei internationalen Geschäften sollten daher Experten bei der Auswahl von Payment Service Providern zu Rate gezogen werden, um solche Umsatzverluste zu vermeiden.

Angebot Mobile Payment

PSP-Kriterien E-Commerce

Mit der rasanten Verbreitung der Nutzung von Tablets und Smartphones, sollte auch die Bezahlmethoden an die Veränderung im Konsumentenverhalten angepasst werden. Kunden wünschen sich auch unterwegs einen unkomplizierten, schnellen Check-out. Hierfür sollte der Payment Service Provider die Möglichkeit haben, den Check-out durch ein responsives Design dem jeweilig ausgewählten Ausgabemedium anzupassen. Neben einem hohen hohen Wiedererkennungswert profitieren die Händler von der Optimierung auf Mobilgeräten. Auch Mobile Payment Verfahren wie die Bezahlung über SMS oder QR-Codes kann für eine Omni-Channel-Strategie oder als Zusatzangebot für spezielle Zielgruppen sinnvoll sein.

2. Technische Voraussetzungen und Implementierung des Payment Service Providers

Eines der wichtigsten Kriterien ist die Integrationsfähigkeit in die bestehende Shopsoftware und die Geschäftsprozesse. Hier macht es Sinn, einen Dienstleister auszuwählen, der bereits ein Modul für die verwendete Shopsoftware anbietet. Dies ist in der Regel kein Problem bei gängigen Online-Shops. Schwieriger gestaltet sich die Integration bei weniger gängigen Shop-Systemen und Eigenentwicklungen. Weitere Schnittstellen, die für die Auswahl interessant sein können, sind beispielsweise Schnittstellen zu ERP-Systemen.

Die gängigen Integrationsoptionen sind die iFrame Anbindung, Weiterleitung (Re-Direct) oder API Anbindung.

Ein sicherer Weg, Zahlungsdaten zu transferieren, ist die Nutzung eines iFrames. Hier werden die Daten direkt in ein Check-out Formular des Payment Service Providers in einem sicheren iFrame (einer Seite auf der Website des Händlers) eingegeben. Der iFrame kann an das Layout des Shops angepasst werden, sodass der Kunde das gewohnte Layout (Corporate Identity) des Shops sieht.

Eine ebenso sichere, aber für den Kunden weniger komfortablere Lösung, ist die Nutzung einer Weiterleitung. Hier verlässt der Kunde im Bezahlvorgang den Shop und wird auf die PSP Website weitergeleitet, um dort die Zahlungsdaten einzugeben.

Eine vollständige Integration des Payment Prozesses in der Händler-Website erfolgt mit Hilfe einer API Anbindung (application programming interface). Die Kunden verlassen die Website des Händlers nicht für den Bezahlvorgang. Der Händler speichert die Kreditkartendaten selbst und kann diese bei Bedarf an mehrere PSPs senden. Zusätzlich hat er weitergehende Kontroll- und Anpassungsmöglichkeiten. Diese Integrationsoption setzt aber voraus, dass der Händler nach den PCI-Richtlinien zertifiziert ist.

3. Sicherheit bei der Zahlungsabwicklung

Besitzt ein bankenunabhängiger Payment Service Provider eine BaFin-Zertifizierung (Zertifizierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) kann er europaweit Treuhandkonten bei Banken einrichten und darüber internationale Transaktionen abbilden. Aufgrund der Treuhandkonten ist das Geld auch beim Zahlungsausfall des PSPs in Deutschland oder auch den anderen Ländern, in denen er ein Treuhandkonto besitzt, sicher.

Bieten Sie Kreditkartenzahlung an, muss der PSP nach dem weltweiten Datensicherheitsstandard Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) zertifiziert sein. Dieser stellt sicher, dass die sensiblen Kreditkartendaten der Kunden vor Diebstahl und Missbrauch geschützt sind. Durch die Nutzung eines PSPs mit der Zertifizierung benötigt der Online-Händler keine eigene aufwendige Zertifizierung mehr.

4. Serviceleistungen des Payment Service Providers

Die Serviceleistungen der einzelnen PSPs unterscheiden sich sehr. Daher sollten Unternehmen eine klare Vorstellung haben, welche Leistungen für sie wichtig sind. Gerade bei jungen Unternehmen ist es wichtig, die Erwartungen für einen längeren Zeitraum zu definieren, damit auch Themen wie beispielsweise die Expansion in spezifische Märkte keinen erneuten Wechsel des Providers notwendig machen.

Abo- und Stammkundenfunktion

Viele Payment Service Provider bieten Lösungen für sich wiederholende Zahlungen (Recurring Payments) an. Diese ist insbesondere für Branchen wie den Lebensmittelhandel oder Medien interessant. Zudem sollte dem Kunden jederzeit ein Update zur Abfrage des Zahlungsstatus in Echtzeit zur Verfügung stehen. Die Abo-Funktion sollte außerdem nicht nur für Kreditkarten möglich sein. Beliebte Bezahlverfahren wie PayPal oder Lastschrift sollten „abofähig“ sein. Darüber hinaus sollte der Payment-Service-Provider eine Stammkundenfunktion führen, die dem Kunden eine nur einmalige Eingabe der Zahlungsinformationen gewährleistet. Automatisch stehen dem Kunden diese Informationen bei Folgekäufen zur Verfügung und garantieren eine schnelle, bequeme Abwicklung des Bestellvorgangs.

Supportleistungen

Für einige Branchen und Kunden ist es sinnvoll, auf die Verfügbarkeiten des Kundensupportes zu achten. Hier gibt es große Unterschiede in Bezug auf Umfang, Sprachenabdeckung und Kosten. Für manche Shopbetreiber ist es nicht nur wichtig, den Support für sich zu nutzen, sondern auch einen Support für den Endkunden bieten zu können. Hier bieten einige PSPs auch Full-Service Verträge an, bei denen alle Supportleistungen abgedeckt sind.

Risikoabsicherung bei Zahlungsausfällen

Der Online-Händler trägt die Risiken von potentiellen Zahlungsausfällen. Diese liegen nach einer Studie von ibi research über Rechnungszahlung bei 4,5 Prozent bzw. 3 Prozent bei Lastschriftverfahren zuzüglich der Kosten für Mahn- und Inkassoverfahren. Um sich gegen dieses Risiko abzusichern, bieten Payment Service Provider eine Risikoübernahme gegen zusätzliche Gebühren an. Zusätzlich können die Händler verschiedene Fraud Prevention Module für die passende Betrugsprävention in ihrem Shop auswählen. Damit überwacht der PSP, wie sich die Anzahl der Ablehnungen und Chargebacks entwickelt und passt seine Einstellungen entsprechend an.

Unabhängig von dieser Serviceleistung sollte der Anbieter eine Adress- und Bonitätsprüfung bzw. eine Blacklistprüfung durchführen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine zu hohe Ablehnungsquote auch zu Umsatzverlusten führen kann.

Weitere Serviceangebote

Es gibt eine Vielzahl von Serviceleistungen, die Payment Service Provider als Zusatzkomponenten anbieten. Abhängig vom Transaktionsvolumen oder von der Zahlungsmoral der Zielgruppe bietet es sich an, das Debitorenmanagement an den PSP auszugliedern. Damit übernimmt der Provider Rechnungsstellung, Zahlungseingangsüberwachung und Mahnwesen und leitet diese bei Bedarf an einen Inkasso-Dienst weiter. Manche Dienstleister bieten ebenfalls Factoringleistungen und Finanzdienstleistungen wie Währungsmanagement oder Geschäftskonten an.

5. Vertrags- und Preisgestaltung: Gebühren für einen PSP

Schlussendlich entscheidet auch die Vertrags- und Preisgestaltung des PSPs für oder gegen eine Zusammenarbeit. Die Kostenmodelle beinhalten meist fixe und variable Gebühren. Die Kosten sind abhängig vom erwarteten Umsatzvolumen und der Transaktionshäufigkeit. Sie machen in der Regel zwischen 1,5 bis 3 Prozent des Umsatzes aus, können teilweise aber jedoch bis auf 9 Prozent steigen. Für geringe Transaktionsvolumina bieten Provider auch fixe Pauschalen an, die eine bestimmte Anzahl von Transaktionen beinhalten. Neben den variablen Gebühren werden monatliche Bereitstellungskosten und teilweise eine einmalige Einrichtungsgebühr von bis zu 500 Euro in Rechnung gestellt. Auch Kosten für eine Stornierung einer Transaktion oder Währungsumrechung sollten berücksichtigt werden. Grundsätzlich werden die Gebühren günstiger, je höher das Umsatzvolumen ist und je langfristiger ein Vertrag geschlossen wird. Einige Provider bieten eine Testphase an, um die Kompatibilität zu testen.

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