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Der richtige Payment Service Provider im internationalen E-Commerce

Die Expansion in neue geografische Märkte ist für viele Online Shops eine gute Möglichkeit, ihr Geschäft und ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen. In der internationalen Payment-Strategie sollten verschiedene Faktoren abgewogen und priorisiert werden. Neben der Gestaltung des Payment-Mixes spielen Kosten-Aspekte ebenso eine Rolle wie die Frage der technischen Anbindung oder des Managements von steigenden Betrugsrisiken.

Bezahlmethoden nach Länderspezifika

Eine Konsumentenbefragung der Pro Gruppe ergab, dass das Fehlen der landesspezifischen Bezahlmethode bei fast 50 Prozent der Befragten ein Grund wäre, den Kauf abzubrechen. Daher ist die Auswahl des jeweiligen Payment-Mixes für ein Land ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

Bei der Wahl eines Payment Service Providers sollte darauf geachtet werden, welche landesspezifischen Bezahlmethoden von Zielländern über den PSP abgedeckt werden können. Ein global aufgestellter PSP kann für einen Online-Shop, der nur in zwei Märkten agiert, überdimensioniert sein und die Kosten in die Höhe treiben. Für einen Global Player kann ein solcher Provider wiederum Vorteile bringen. Grundsätzlich sollten die wichtigsten drei Zahlungsarten eines Landes abgebildet werden können. Die Conversion Rate ist optimal mit einem Angebot der wichtigsten 5 bis 7 Bezahlmethoden eines Landes.

Cross-Border-Transaktionen am Beispiel Frankreich

Frankreich ist ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche Shops. Das Bezahlverhalten unterscheidet sich jedoch sehr stark von dem in Deutschland. Während in Deutschland die Zahlung per Lastschrift und der Rechnungskauf sehr beliebt sind, bezahlen Franzosen in Online-Shops vorwiegend mit Kreditkarten wie Mastercard und Visa sowie den Debitkarten Carte Bleue und Carte Bancaire. Das Debitkartensystem ermöglicht Transaktionen ohne Authorisierung der Banken. Auch Ratenzahlung ist viel weiter verbreitet als in anderen Ländern. Lastschrift oder Rechnungskauf findet man hingegen nur in wenigen Shops als angebotene Bezahlmethode.

Cross-Border E-Commerce am Beispiel Niederlande

Auch die Niederländer kaufen gerne in deutschen Online-Shops ein. Dort ist ein nationales Online-Überweisungsverfahren das wichtigste Zahlungsmittel. Die Zahlung per Kreditkarte wird hingegen weniger häufig genutzt. 80 Prozent aller Einwohner in den Niederlanden bezahlen über Ideal. Bei dieser Bezahlmethode wird der Kunde auf die Website seiner Bank geleitet und authentifiziert die Transaktionsdaten mit der Eingabe der Kontonummer und einer sogenannten „Zwei-Faktor-Zertifizierung“. Der Händler bekommt direkt die Zahlungsbestätigung.

Payment im internationalen E-Commerce

Fraud Management: Betrugsrisiko im internationalen E-Payment

Mit den Wachstumschancen der Internationalisierung nehmen auch die Betrugsrisiken zu. Es hat sich gezeigt, dass das größte Betrugsrisiko bei internationalen Transaktionen der Kreditkartenmissbrauch ist. Ist ein Online-Shop beispielsweise nur in Deutschland aktiv, kann er das Risiko minimieren, indem er nur Kreditkarten zulässt, die in Deutschland registriert sind. Bei fortschreitender Internationalisierung sollten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.

Kreditkartenzahlung mit 3-D Secure

Bei sicherheitsgefährdeteren Ländern können Händler beispielsweise bei Kreditkartenzahlungen 3-D Secure nutzen. MasterCard nutzt „MasterCard Secure Code", Visa nennt es "Verified by Visa". Hierbei muss der Kunde während des Bezahlvorganges die Bezahlung zusätzlich über ein Passwort auf der Eingabeseite seiner Bank verifizieren.

Betrugsminimierung über Blacklisting

Eine Blacklist ist eine Datenbank mit Daten zu Namen und Kontoinformationen von Kunden, die durch Zahlungsunfähigkeit negativ aufgefallen sind. Daten von gestohlen gemeldeten Kreditkarten werden in einer globalen Blacklist geführt. Daneben gibt es Blacklists von Auskunfteien, Händlergemeinschaften oder Payment Service Providern. Nutzt der Händler einen PSP, übernimmt dieser die Überwachung bzw. je nach Vereinbarung das Risiko des Zahlungsausfalles. Für die optimale Conversion Rate muss ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Komfort gefunden werden.

Zusätzliche Gebühren im Cross-Border Geschäft

Bei internationalen Transaktionen ergeben sich zusätzliche Kosten, die bei der betriebswirtschaftlichen Planung Berücksichtigung finden sollten. Bei Kreditkartentransaktionen fallen Interchange-Gebühren an. Sitzt die kartenausgebende Bank in einem anderen Land, ist das Disagio ebenfalls höher.

Aufgrund von Währungsschwankungen sind die Kosten für den Währungstransfer teils schwer berechenbar. Kurse können in unterschiedlichen Zeitintervallen aktualisiert werden. Bei einigen Banken oder PSPs geschieht dies täglich, bei anderen wöchentlich.

Andere Kosten wie Bankgebühren oder die Kosten für Rücklastschriften werden bei internationalen Transaktionen ebenfalls höher angesetzt. Der Payment Service Provider kann diese Kosten individuell nach Land und Zahlungsart individuell aufschlüsseln, um eine höhere Transparenz über die Gesamtkosten des Payments zu erhalten.

Technische Anbindung bei der Internationalisierung

Transaktionen mit Währungstransfers müssen überdies separat angebunden und gesteuert werden. Die separate Anbindung ist wiederum mit erhöhtem Aufwand in der Einrichtung, aber auch im Management, verbunden. Erfolgen die Zahlungsströme in derselben Währung, ist dennoch zu überlegen, ob eine separate Anbindung pro Land und gegebenenfalls pro Zahlungsart Sinn macht. Dies bietet die Möglichkeit, Transaktionen auf den einzelnen Ebenen der Bezahlvorgänge auszuwerten und hinsichtlich beispielsweise Conversion oder Betrugsprävention zu optimieren.

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