Betrugsprävention

Unter den Begriffen Betrugsprävention und -aufdeckung wird die Antizipation und Aufdeckung von Betrug verstanden ebenso wie die entsprechende Reaktion auf betrügerische Aktivitäten. Mit anderen Worten werden bei der Betrugsprävention Lösungen entwickelt, die bestehende und unmittelbare Risiken von Betrug, Veruntreuung oder Vermögensverlust verhindern.

Die richtige Betrugspräventionsstrategie

Ziel ist es, die Wahrscheinlichkeit solcher Fälle sowie die daraus resultierenden Folgeschäden durch vorbeugende Maßnahmen zu minimieren. Im E-Commerce werden häufig Echtzeitlösungen eingesetzt, um Bedrohungen zu eliminieren bevor überhaupt Schaden angerichtet werden kann. Die richtige Kombination von Tools zur automatischen Betrugserkennung zu finden, ist erfolgsentscheidend für eine gute Betrugspräventionsstrategie.

Die verschiedenen Instrumente des Risikomanagements

Um in der Risikobekämpfung jedoch gänzlich erfolgreich zu sein, bedarf es effektiver Maßnahmen. Die Instrumente hierfür werden im Folgenden ausgeführt.

Adressprüfung

Hier wird zunächst geprüft, ob die Anschrift richtig ist. Dafür wird eine Adressdatenbank eingeschaltet, um die Existenz der Adresse zu verifizieren. Diese Datenbanken sind nicht länderabhängig. Kreditkartenanbieter können die angegebene Anschrift mit der bei ihnen hinterlegten Anschrift überprüfen. Gibt der Kunde beispielsweise eine deutsche Lieferadresse an, die IP bei der Bestellung stammt jedoch aus einem anderen Land, kann das bereits ein Zeichen für einen Betrugsfall sein. Auch kann die IP des Kunden mittels eines Anonymisierungsdienstes verschleiert worden sein.

Identitätsprüfung

Durch kommerzielle Datenbank-Anbieter, wie z.B. die Deutsche Post, kann abgefragt werden, ob der Besteller wirklich an der angegebenen Adresse wohnhaft ist. Zudem bietet der elektronische Personalausweis durch die eID-Funktion die Möglichkeit, die Identität exakt zu überprüfen. Allerdings muss hier erwähnt werden, dass diese Methode manuell vom Ausweisinhaber freigeschaltet sein muss.

Bonitätsprüfung

Anhand von negativen Merkmalen wird die Bonität eines Kunden geprüft. Dies können Inkasso-Datenbanken mit Informationen zum bisherigen Zahlungsverhalten, Schuldnerverzeichnisse der Gerichte oder der Abgleich mit Sperrlisten aus dem stationären Handel, dem Telekommunikations-Sektor und der polizeilichen Betrüger-Datei Kuno sein.

Scoring

Durch den Scoring-Prozess wird die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Zahlung berechnet. Der Score-Wert setzt sich aus bestimmten Punktwerten zusammen, die jeweils für verschiedene Eigenschaften stehen. Die Werte werden durch statistische Auswertungen erhoben. Je höher der Gesamtpunktwert nun ausfällt, desto höher ist auch die Bonität. Hat eine Person beispielsweise schon einmal einen Kredit in Anspruch genommen und ihn rechtzeitig zurückgezahlt, wirkt sich das positiv auf die Punktzahl aus. Zudem können Informationen wie familiäre Daten, Wohnort oder Berufsgruppe in das Scoring-Verfahren mit eingehen. Dies unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Zahlarten-Steuerung

Durch die Ergebnisse der eben erwähnten Prüfungsmethoden kann die Zahlarten-Steuerung aktiv einsetzen. Zahlungsarten, die für den vorliegenden Kunden aufgrund seines Einkaufs- und Zahlungsverhaltens nicht passend sind, werden ausgeblendet. So minimiert der Händler sein Risiko für Betrugsfälle. Zudem besteht die Möglichkeit, die Zahlarten-Steuerung nur für bestimmte Zahlarten zu verwenden. Das heißt, nur sehr zuverlässige Kunden können die „riskanten“ Zahlungsarten nutzen. Die meisten Payment-Service-Provider bieten eine Zahlarten-Steuerung an.